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Apokix-Umfrage

Mehr als 100 Medikamente nicht lieferbar

Lieferengpässe bedeuten einen erheblichen Mehraufwand für Apotheken und sie gefährden die Versorgung von Patienten. Die neueste Apokix-Befragung des IFH Köln nimmt Arzneimittelengpässe und ihre Folgen genauer unter die Lupe.
Julia Endris
23.09.2019
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Neben einer Verunsicherung auf Patientenseite, wenn das gewünschte Arzneimittel nicht verfügbar ist, bedeuten Lieferengpässe einen erheblichen Mehraufwand für die Apotheken. 99 Prozent der befragten Apothekenleiter bemängeln die Mehrarbeit und 71 Prozent sehen durch die Lieferengpässe die Versorgungssicherheit ihrer Patienten gefährdet. Aktuell sind laut Befragung in jeder zweiten Apotheke mehr als 100 Arzneimittel nicht verfügbar.

Die befragten Apothekenleiter gehen davon aus, dass Lieferengpässe weiter zunehmen werden und kritisieren das unzureichende Handeln von Politik und Pharmaindustrie. Von beiden Akteuren fordern sie entsprechende Maßnahmen. Bereits in den vergangenen drei Jahren stieg der Anteil der Apotheken, die mehrmals täglich von Lieferengpässen betroffen sind, von zwei Drittel auf heute 92 Prozent.

Nicht nur der erhebliche Mehraufwand bei der Medikamentenbeschaffung macht den Apothekern das Leben schwer. Da die Recherche nach Alternativpräparaten, die mit den Rabattverträgen der Kassen vereinbar sind, oft erfolglos bleibt, sehen sich laut Umfrage 81 Prozent der Apotheker durch die Lieferengpässe einer erhöhten Retaxationsgefahr ausgesetzt.

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