Krank oder bloß zerstreut? |
| 13.09.1999 00:00 Uhr |
Demenzen können nur dann möglichst früh diagnostiziert werden, wenn zusätzlich zum Basis-Check-up, bestehend aus Anamnese, internistischen und laborchemischen Untersuchungen und bildgebenden Verfahren, Screenings anhand psychometrischer Testverfahren an der Tagesordnung sind. Weitergehende Indikatoren zur Alzheimer-Krankheit wie biologische Marker in Liquor und Blut seien zwar bei 40 Prozent der Patienten nachweisbar, aber nur bei 10 Prozent spezifisch und könnten deshalb in der Demenzdiagnostik nicht zum Screening eingesetzt werden, erklärte der Referent. Und auch der bisher eingesetzte psychometrische Test, der so genannte Mini-Mental-Status Test (MMST), habe Nachteile: Er sei bei der Früherkennung nur zu 20 Prozent spezifisch, da er für fortgeschrittene Krankheitszustände konzipiert wurde. Andere psychometrische Testverfahren erlaubten keine spezifische Unterscheidung zwischen Demenz und Depression im Frühstadium.
Mit TFDD dagegen sei eine frühzeitige Diagnose der Demenz mit hoher Sensitivität und Spezifität möglich, so Ihl. Der Demenzteil des Tests umfasst neun Aufgabenbereiche, wie die unmittelbare und verzögerte Reproduktion von Wörtern, die zeitliche Orientierung, die Befolgung einer Handlungsanweisung, das Zeichnen eines Ziffernblatts mit Uhrzeigereinstellung und die Überprüfung der Wortflüssigkeit. Insgesamt können dabei 50 Punkte erreicht werden; weniger als 35 sprechen für eine Demenz. Der Depressionsteil umfasst zwei Aufgaben zur Fremd- und Selbstbeurteilung auf einer elfstufigen Depressionsskala. Von 20 maximal zu erreichenden Punkten deuten bereits über acht auf eine Depression. TFDD speziell sei aufgrund des geringen Material-, Personen- und Zeitaufwands für die Hausarztpraxis geeignet.
© 1999 GOVI-Verlag
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