| Melanie Höhn |
| 30.06.2026 13:00 Uhr |
Der Standort Aschaffenburg hat im Hinblick auf die Herstellung patientenindividueller Therapien nur eine unterdurchschnittliche Rentabilität, erklärte die Medios AG. / © Medios Group
Das Berliner Unternehmen Medios AG schließt seinen Standort in Aschaffenburg und konsolidiert die patientenindividuelle Herstellung an den übrigen Standorten seines deutschlandweiten Netzwerks. Das Specialty-Pharma-Unternehmen hat sich auf die Versorgung von Apotheken, Arztpraxen und Kliniken mit hochspezialisierten Arzneimitteln sowie auf die Herstellung patientenindividueller Therapien spezialisiert. Außerdem betreibt die Medios AG einen spezialisierten Pharma-Großhandel und Logistiknetzwerke für Arzneimittel in Bereichen wie Onkologie, Neurologie und seltenen Erkrankungen.
Das Unternehmen erklärte, dass das Geschäft mit patientenindividuellen Zubereitungen unter anhaltendem Margendruck stehe, insbesondere durch »preisregulatorische Anpassungen, denen das Unternehmen jetzt mit Maßnahmen zur Effizienzsteigerung« entgegentrete. Die Produktion sei bereits verlagert worden, die Versorgung von Apotheken und Kliniken sei gewährleistet, hieß es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.
Auf Aschaffenburg entfielen zuletzt rund 10 Prozent des Herstellvolumens der deutschen Herstellbetriebe der Medios-Gruppe. Von der Maßnahme seien 32 Mitarbeitende betroffen, mit denen Medios »einen fairen Ausgleich anstrebt«, erklärte das Unternehmen. Hochmoderne Reinraumlabore für die GMP-konforme Herstellung patientenindividueller Therapien werden aber weiterhin an den fünf Standorten in Berlin, Bonn, Osnabrück, Stuttgart (Magstadt) und Mannheim gewährleistet. In Magstadt befindet sich zudem ein eigenes Blisterzentrum für die professionelle Verblisterung von Specialty-Pharma-Arzneimitteln. Zentrale Standorte für die Arzneimittelversorgung im Bereich Großhandel und Logistik sind Berlin, Mannheim, Hamburg und Saarlouis.
Der Standort Aschaffenburg habe bei einer rückläufigen Auslastung zuletzt mit einer unterdurchschnittlichen Rentabilität operiert. Vor diesem Hintergrund sei ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb nicht länger möglich gewesen. Aktuell am Standort notwendige bauliche Sanierungsmaßnahmen hätten sich beschleunigend auf die Umsetzung des Beschlusses ausgewirkt. Die Standortschließung stehe im Kontext des Operational-Excellence-Programms des Unternehmens mit dem Ziel einer nachhaltigen Stärkung der Profitabilität.
Mit Blick auf die Versorgungssicherheit der Kundinnen und Kunden sowie die Auslastung aller Standorte sagte Thomas Meier, Vorstandsvorsitzender der Medios AG, dass das »erfolgreiche Konzept der regionalen Präsenz« nun konsequent weiterentwickelt werde. Mit Mannheim und Stuttgart würden zwei leistungsfähige Medios-Standorte in Süddeutschland zur Verfügung stehen, sodass die Versorgungssicherheit aufrechterhalten werde.