| 22.04.2026 15:50 Uhr |
42 Prozent der befragten Männer, die in den vergangenen drei Jahren gesundheitliche Akutbeschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten hatten, gingen deshalb in die Notaufnahme. / © Getty Images/Peter Dazeley
Passend zum Gesetzgebungsverfahren der Notfallreform wartet die Techniker Krankenkasse mit einer Forsa-Umfrage auf. Bundesweit wurden 1410 Personen ab 18 Jahren befragt. 37 Prozent gaben an, in den vergangenen drei Jahren plötzliche Gesundheitsbeschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten gehabt zu haben. Von diesen suchten daraufhin 34 Prozent deshalb eine Notaufnahme auf – Männer deutlich häufiger als Frauen (42 versus 28 Prozent). 20 Prozent riefen einen Krankenwagen. 18 Prozent warteten, bis ihre reguläre Arztpraxis wieder geöffnet hatte – dazu tendierten Frauen eher als Männer (22 versus 12 Prozent). Nur 14 Prozent kontaktierten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 und nur 10 Prozent besuchten eine Bereitschaftspraxis.
Seit 2018 erfasst das Statistische Bundesamt die Behandlungen in Notaufnahmen – damals lag der Wert bei 11,7 Millionen Fällen. Er ging in den folgenden drei Jahren zurück und steigt seitdem wieder an. Mit 13 Millionen Behandlungen erreichte er 2024 einen Höchstwert.
»Bei etwa zwei Dritteln der Versicherten, die aktuell eine Notaufnahme aufsuchen, handelt es sich nicht um einen Notfall«, bemängelt der Verband der Ersatzkrankenkassen (vdak), ebenfalls in einer aktuellen Stellungnahme zum Kabinettsbeschluss.
Die Krankenkassen begrüßen eine bessere Steuerung der Patientinnen und Patienten mit neuer Akutleitstelle (kombiniert aus 112 und 116 117), integrierten Notfallzentren und einer Ersteinschätzung, bevor man sich auf den Weg in ein Krankenhaus macht – entweder telefonisch oder digital. So hätten Menschen mit akuten gesundheitlichen Beschwerden schneller Klarheit, ob Abwarten, der Bereitschaftsdienst oder die Notaufnahme der richtige Schritt sei, sagte TK-Chef Jens Baas.