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Lurbinectedin
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Lungenkrebswirkstoff mit marinen Wurzeln

Seit Anfang Juli ist der neue Wirkstoff Lurbinectedin (Zepzelca® 2 und 4 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Pharma Mar) in Deutschland verfügbar. Es ist eine neue Therapieoption für bestimmte Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 11.08.2026  07:00 Uhr

Worauf bei der Therapie zu achten ist

Vor der Infusion von Lurbinectedin erhalten die Patienten zur antiemetischen Prophylaxe ein Corticosteroid (intravenöses Dexamethason 8 mg oder Äquivalent) und einen Serotonin-Antagonisten (intravenöses Ondansetron 8 mg oder Äquivalent). Nach der Behandlung erhalten die Patienten eine Primärprophylaxe mit Granulozyten-Kolonie-stimulierendem Faktor (G-CSF), um das Risiko einer schweren Neutropenie/febrilen Neutropenie zu reduzieren.

Die Fachinformation gibt Empfehlungen zu Behandlungsverzögerungen und zur Dosisanpassung aufgrund von Nebenwirkungen.

Die gleichzeitige Anwendung von Lurbinectedin mit starken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren sollte vermieden werden. Wenn dies nicht möglich ist, sollte die Lurbinectedin-Dosis auf 50 Prozent der zugelassenen Dosis reduziert werden. Im Falle von Nebenwirkungen unter der reduzierten Anfangsdosis sind bis zu zwei nachfolgende Dosisreduktionen um jeweils 20 Prozent zulässig. Auch die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A-Induktoren sollte vermieden werden.

Leberwerte, einschließlich ALT, AST und Bilirubin, sollten vor Beginn der Behandlung und währenddessen in regelmäßigen Abständen, wie klinisch indiziert, überwacht werden. Dosisanpassungen können erforderlich sein. Die Fachinformation enthält weitere Warnhinweise zu den Themen Rhabdomyolyse und Tumorlysesyndrom.

Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind Übelkeit (38 Prozent), Müdigkeit (34 Prozent), Anämie (34 Prozent), Thrombozytopenie (28 Prozent) und Neutropenie (25 Prozent). Der Einsatz bei schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung wird nicht empfohlen.

Kontraindiziert in der Stillzeit

Lurbinectedin kann den Fötus schädigen, wenn es einer schwangeren Frau verabreicht wird. Bei Frauen im gebärfähigen Alter wird vor Beginn der Behandlung ein Schwangerschaftstest empfohlen. Patientinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für sieben Monate nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Männliche Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für vier Monate nach der letzten Dosis Kondome verwenden. Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen für denselben Zeitraum eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Lurbinectedin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, eine Behandlung ist aufgrund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich. In der Stillzeit ist der Wirkstoff kontraindiziert.

Zepzelca ist im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C zu lagern.

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