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Brandenburg

Lunapharm dauerhaft dicht

Das Brandenburger Gesundheitsministerium hat dem Pharmahändler Lunapharm dauerhaft die Herstellungs- und Großhandelserlaubnis entzogen. Das berichtet das ARD-Politikmagazin »Kontraste«. 
Jennifer Evans
15.01.2019
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Das Magazin zitiert aus dem entsprechenden Bescheid des Gesundheitsministeriums in Brandenburg. Darin heißt es, dass Lunapharm in »quantitativer wie qualitativer Hinsicht kontinuierlich über einen langen Zeitraum hinweg und in schwerwiegender Weise gegen arzneimittelrechtliche Vorgaben verstoßen hat«. Das Ministerium geht demnach außerdem davon aus, dass der Pharmahändler auch in Zukunft seine Tätigkeit nicht in Übereinstimmung mit dem geltenden Arzneimittelrecht ausüben wird.

Im vergangenen Juli hatte das Politmagazin den Skandal um den illegalen Handel mit Medikamenten aufgedeckt. Jahrelang sollen Krebsmedikamente aus griechischen Kliniken gestohlen und in Deutschland verkauft worden sein. Als die Machenschaften ans Licht kamen, hatten die Behörden in Griechenland davor gewarnt, dass die Qualität und Wirksamkeit der Medikamente nicht mehr gesichert ist.

Laut »Kontraste« geht das Ministerium in seinem Bescheid auf einen weiteren Vorwurf gegen Lunapharm ein. Demzufolge soll der Händler das Krebsmedikament Herceptin aus Italien vertrieben haben, obwohl »alle europäischen Großhändler seit 2014 wüssten oder wissen müssen, dass es auf legalem Weg – nach wie vor – nicht möglich sei, Herceptin aus Italien zu beziehen«, heißt es.

Das Unternehmen hatte sich gegen die Vorwürfe gewehrt, als die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen des Verdachts des illegalen Handels mit Krebsmedikamenten einleitete. Trotz frühzeitiger Hinweise hatten die Brandenburger Behörden erst spät eingegriffen. Das kostete die damalige Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) den Job. Sie trat im August 2018 zurück.

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