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Rote-Hand-Brief

Lichtschutz für parenterale Ernährung bei kleinen Kindern

Unter Lichteinfluss kann es bei Arzneimitteln zur parenteralen Ernährung zur Bildung von Peroxiden kommen. Dies kann bei Frühgeborenen zu schweren Nebenwirkungen führen, warnt jetzt ein Rote-Hand-Brief und erinnert daran, Behältnisse und Infusionsbestecke vor Licht zu schützen. 
Daniela Hüttemann
02.09.2019
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Enthält die parenterale Lösung Aminosäuren und/oder Fettemulsionen, können unter Lichteinwirkung Peroxide und andere Abbauprodukte entstehen, insbesondere, wenn der Lösung Vitamine und/oder Spurenelemente zugesetzt sind. Diese Metabolite können bei Frühgeborenen schwerwiegende, unerwünschte Reaktionen hervorrufen, denn Frühgeborene haben ein hohes Risiko für oxidativen Stress, zum Beispiel, wenn sie eine Sauerstoff- und Phototherapie erhalten, weil ihr Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist und Entzündungsreaktionen mit reduzierter antioxidativer Abwehr stattfinden.

Daher müssen Arzneimittel zur parenteralen Ernährung, die Aminosäuren und/oder Fettemulsionen enthalten, bei der Verabreichung an Neugeborene und Kinder unter zwei Jahren vor Licht geschützt werden. Das gilt sowohl für die Behältnisse als auch die Infusionsbestecke, warnen nun die Hersteller in einem Rote-Hand-Brief. Produkte, die Vitamine und/oder Lipide enthalten, seien am stärksten von der Peroxid-Bildung betroffen. Die klinische Relevanz sei besonders hoch bei Frühgeborenen mit hohem Nährstoffbedarf und langsamen intravenösen Infusionen.

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