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Kammerversammlung in Thüringen
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Licht und Schatten

In den vergangenen Monaten ist berufspolitisch viel passiert – sowohl Positives als auch Negatives. Kammerpräsident Ronald Schreiber zog bei der Versammlung der Landesapothekerkammer Thüringen gestern in Erfurt Bilanz. Themen waren vor allem das Honorar, die neuen pharmazeutischen Dienstleistungen und der aktuelle Streit mit den Ärzten.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 11.06.2026  17:45 Uhr
Zankapfel Primärversorgung

Zankapfel Primärversorgung

Ein Thema bewegte den LAKT-Präsidenten und den Vorsitzenden des Thüringer Apothekerverbands (ThAV), Stefan Fink, besonders: Die aktuellen Unstimmigkeiten mit der Ärzteschaft und die Gefährdung des Projekts ARMIN 2.0. Seit einem Jahr arbeite die Thüringer Apothekerschaft zusammen mit der Ärzteschaft und den Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen an der Weiterentwicklung des Modellprojekts ARMIN (Arzneimittelinitiative Sachsen Thüringen), berichtete Schreiber. Doch jegliche Zusammenarbeit wurde jetzt von der Ärzteschaft eingestellt. Der Grund: Sie ist verärgert über ein Positionspapier der ABDA, in der die Apothekerorganisation ihre Vorstellungen zur Rolle der Apotheker in der Primärversorgung darlegt. »Die ABDA hat ein Jahr Arbeit in Sachsen und Thüringen an einem Tag kaputt gemacht«, sagte Schreiber. »Und das ohne Not.«

Das Positionspapier hätte eigentlich erst nach Abschluss der Verfahren zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz und Arzneimittelpreisverordnung veröffentlicht werden sollen, monierte der LAKT-Präsident. So war es im ABDA-Gesamtvorstand beschlossen worden. Erschienen ist das Papier aber jetzt zum Tag der Apotheke am 7. Juni. »Das ist eine Missachtung der Beschlussfassung.«

Der ABDA-Vorstand werde sich dazu bei der kommenden Mitgliederversammlung am 1. Juli äußern müssen, betonte auch Fink. Die ABDA habe eine »unglückliche Front aufgemacht« – gerade in dieser Zeit des Umbruchs etwa bei den pDL oder bei der Telemedizin, in der eine gute Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft hilfreich wäre.

Zwei Trommsdorff-Medaillen verliehen

Bei der Kammerversammlung in Erfurt gab es aber auch Grund zum Feiern. Die LAKT verlieh zusammen mit dem ThAV die Johann-Bartholomäus-Trommsdorff-Medaille an zwei verdiente Pharmazeuten. Zum einen wurde Dr. Anke Ritter für ihre Verdienste für die Pharmazie in Thüringen ausgezeichnet. Die Pharmazeutin war von 1999 bis 2011 Vizepräsidentin der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) und seit 2003 über viele Jahre Vorstandsmitglied der LAKT.

Mit der Trommsdorff-Medaille wurde auch Universitätsprofessor Dr. Thomas Winckler ausgezeichnet, der die Professur für Pharmazeutische Biologie an der Universität Jena innehat und langjähriger Vorsitzender der DPhG-Landesgruppe Thüringen ist. Der studierte Biologe ist seit 2005 an der Universität in Jena und wird im Herbst in den Ruhestand gehen.

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