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Leyck Dieken: »Wir finden eine gute Lösung für die Apotheker«

Weil sich der Umgang mit Gesundheitsdaten in Europa anders als in asiatischen Ländern gestaltet, ist es demnach umso wichtiger, einen eigenen EU-Datenraum zu etablieren. Diesen Aspekt voranzutreiben, hält er auch mit Blick auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft ab Juli 2020 für zentral. Für viele Lösungen seien jedoch politische Entscheidungen vonnöten, gibt der Gematik-Chef zu. Er hofft jedoch, dass Deutschland von dem Wissen aus den nordischen Ländern hinsichtlich des Daten-Managements profitieren wird. Grundsätzlich erachtet er den Austausch von Gesundheitsinformationen nicht nur für einen Wesenskern der Gematik, sondern er hat in seinen Augen auch einen »hohen ethischen Wert«. Dadurch könne die Wissenschaft beispielsweise die Forschung von Autoimmunerkrankungen mit bislang ungeklärter Ursache enorm vorantreiben.

Bei der aktuellen Datenschutz-Debatte rund um die elektronische Patientenakte (EPA) vermisse der Gematik-Chef vor allem eine ausreichende Aufklärung der Patienten darüber, welche Sicherheit die TI bietet, wie er im Gespräch mit der PZ hervorhob. Technisch sei es nämlich möglich, zwischen einem Tag und anderthalb Jahren genau festzulegen, wie lange ein Heilberufler die Gesundheitsinformationen einsehen kann. Zudem werde zwei Jahre lang protokolliert, wer wann auf welche Dokumente zugegriffen hat. Bei Missbrauch riskiere der Arzt seine Approbation. Das sollte das Vertrauen in das System eigentlich stärken, meint er.

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