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Adipositas

Leichter abnehmen mit Inkretin-Mimetika

Abnehmen ist richtig mühsam. Dabei können Inkretin-Mimetika sehr wirksam helfen und sind zudem besser verträglich als Amphetamine. Noch besser als Liraglutid und Co schneiden duale Agonisten wie Tirzepatid ab.
Brigitte M. Gensthaler
14.09.2021  18:00 Uhr

Ernährungs- und Bewegungstherapie bilden die Basis einer Gewichtsreduktion, sind aber alleine meist wenig effektiv. »Eklatant positive Wirkungen erzielt man mit der bariatrischen Chirurgie«, berichtete Professor Dr. Jochen Seufert, Leiter der Abteilung Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Freiburg, heute bei einer online-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Mit hoch dosierten Inkretin-Mimetika könne man annähernd gute Effekte erreichen.

Diese Wirkstoffe sind Analoga des Darmhormons Glucagon-like Peptide 1 (GLP-1). Sie senken nicht nur den Blutzucker bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, sondern erzielen außerdem eine deutliche Gewichtsreduktion – auch bei Nicht-Diabetikern. »Der Effekt ist dosisabhängig«, berichtete der Diabetologe. In Deutschland zugelassen zur Gewichtsreduktion ist bislang nur Liraglutid (Saxenda®) in einer Dosis bis zu 3 mg pro Tag subkutan. Die Zulassung gilt neuerdings auch für Jugendliche ab zwölf Jahren mit einem BMI ab 30 kg/m².

Der GLP-1-Rezeptoragonist Semaglutid, in Deutschland als Antidiabetikum auf dem Markt, ist in den USA seit kurzem für das Gewichtsmanagement zugelassen. In einer Dosierung bis zu 2,4 mg einmal pro Woche könnten Patienten 15 bis 20 Prozent des Körpergewichts abnehmen, sagte Seufert. »Ein solcher Effekt kommt in die Nähe der Operation und wurde bislang durch Medikamente nicht erreicht.« Die Indikationserweiterung zur Gewichtsreduktion werde in Europa für 2022 erwartet. Auch eine orale Formulierung von Semaglutid werde bei Übergewicht und Adipositas in Studien untersucht.

Die häufigsten Nebenwirkungen von GLP-1-Rezeptoragonisten betreffen den Gastrointestinaltrakt: Übelkeit, Erbrechen sowie Durchfall. Da diese vor allem zu Beginn der Behandlung auftreten, soll die Dosierung langsam gesteigert werden.

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