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Morbus Alzheimer
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Lecanemab bewährt sich im Versorgungsalltag

Neue Real-World-Daten stützen den klinischen Nutzen der Anti-Amyloid-Therapie mit Lecanemab (Leqembi®, Eisai/Biogen) in der frühen Phase der Alzheimer-Krankheit: In der laufenden Beobachtungsstudie LEADER blieben mehr als 80 Prozent der behandelten Patienten über durchschnittlich 17 Monate klinisch stabil oder besserten sich sogar. Auch verliefen die meisten amyloidbezogenen Bildgebungsauffälligkeiten (ARIA) asymptomatisch und mild.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 23.07.2026  10:00 Uhr

Wandel der Diagnostik

Bemerkenswert ist der in der Studie dokumentierte Wandel der Diagnostik. Während bei Therapiestart im Jahr 2023 die Amyloid-PET noch fast drei Viertel der diagnostischen Bestätigungen ausmachte und blutbasierte Biomarker (BBM) nur bei 12,2 Prozent der Patienten zum Einsatz kamen, hatte sich der BBM-Anteil bis 2025 auf 26,5 Prozent mehr als verdoppelt. Laut Tousi ist die BBM-Testung in den USA seit Anfang 2024 um etwa das Zwölffache gestiegen – ein Beleg für die rasche Adoption der weniger invasiven Verfahren in der klinischen Praxis.

Das Sicherheitsprofil deckte sich mit der Erfahrung aus den Zulassungsstudien beziehungsweise fiel tendenziell sogar günstiger aus. ARIA traten insgesamt bei 12,3 Prozent der Patienten auf (ARIA-E: 6,3 Prozent, ARIA-H: 7,9 Prozent), überwiegend asymptomatisch und mild – gegenüber 21,3 Prozent in der Phase-III-Studie Clarity AD.

Unter monatlicher Erhaltungsdosierung wurden keine neuen ARIA-E-Ereignisse, Makroblutungen oder intrazerebralen Blutungen von mehr als 1 cm berichtet. Eine antithrombotische Begleittherapie war in dieser Kohorte nicht mit einem relevant erhöhten ARIA-Risiko assoziiert.

Unabhängige Fachleute werteten die Daten als beruhigend. Professor Dr. Yuko Hara von der Alzheimer’s Drug Discovery Foundation sprach vom »bislang klarsten Bild«, wie sich Lecanemab außerhalb kontrollierter Studien verhält. Besonders ermutigend sei, dass geschätzt 87,8 Prozent der Behandelten nach 30 Monaten noch in den Frühstadien verblieben. Die ARIA-Befunde seien beruhigend und wiesen real-world eher numerisch niedrigere Raten auf; sorgfältige Patientenselektion und MRT-Monitoring blieben gleichwohl essenziell.

Dr. Rebecca M. Edelmayer von der Alzheimer’s Association betonte, akkumulierende Real-World-Evidenz sei angesichts der zunehmenden Verbreitung der Anti-Amyloid-Therapien »unverzichtbar«. Schwere ARIA-Ereignisse blieben selten, und die Nebenwirkungen der Substanzklasse seien beherrschbar.

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