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Speichel
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Lebenswichtiges Mundwasser

Wer den Kirschstein am weitesten spuckt, braucht genügend Speichel im Mund. Was ein fröhliches Spiel ist, kann für viele Menschen problematisch sein: Der Mund ist trocken, die Zunge klebt am Gaumen und ein Schluck Wasser hilft nur kurz. Nicht minder gravierend ist das Gegenteil: zu viel Speichel. Was tun?
AutorKontaktBarbara Staufenbiel
Datum 18.08.2024  08:00 Uhr

Speichelsteine

Etwa 80 Prozent der Speichelsteine bilden sich in den Unterkieferdrüsen. Ein Viertel der Patienten hat multiple Steine, die aus Calciumphosphat, Magnesium und Carbonat bestehen. Um einen Kristallisationskern (Nidus) fallen die Salze während eines Speichelstaus aus. Die Hyposalivation bremst die Steinbildung, eine Hypersalivation fördert sie und kann zu Rezidiven oder einer Speicheldrüseninfektion führen.

Wird der Speichelfluss zum Beispiel durch Essen angeregt und verhindert der Stein den Abfluss, kommt es zur schmerzhaften Schwellung der Drüse. Die Diagnostik erfolgt durch Ertasten, Bildgebung (Computertomografie, Sonografie, Sialografie) oder einen Provokationstest (Sialagogum).

Therapeutisch wird der Speichelfluss zur Ausschwemmung eines Steins mit Sialagoga angeregt. Dabei werden alle zwei bis drei Stunden Zitronenstücke oder -bonbons gelutscht. Kleinere Steine können aus den Drüsengängen spontan abgehen oder herausgedrückt werden. Bei hartnäckigen Beschwerden können Steine operativ entfernt werden.

Das Apothekenpersonal kann bei geschwollenen Speicheldrüsen weitere Tipps geben. So fördern ausreichendes Trinken in kleinen Schlucken, weiche Nahrung und eine gute Mundpflege den Heilungsprozess. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente sowie kühlende Umschläge lindern und wirken abschwellend.

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