Die Untersuchungen würden jedoch auch die Grenzen digitaler Versorgung deutlich machen: Telemedizin benötige eine verlässliche Stromversorgung sowie belastbare Kommunikations- und Datenverbindungen. Gerade in großflächigen Schadenslagen könnten diese Voraussetzungen eingeschränkt sein oder vollständig ausfallen. Notwendig seien daher alternative Übertragungswege, etwa über Satellitenkommunikation, technisch ausgereifte mobile Systeme und personelle Rückfallebenen. Ärztliche Einsatzkräfte würden insbesondere für komplexe Behandlungen sowie bei einer Überlastung oder einem Ausfall telemedizinischer Strukturen unverzichtbar bleiben.
Gleichzeitig sei auf dem Kongress deutlich geworden, dass neben der unmittelbaren telemedizinischen Unterstützung auch digitale Frühwarnsysteme die Vorbereitung auf gesundheitliche Krisen verbessern könnten. Am Beispiel hitzebedingter Erkrankungen und Todesfälle zeige das Robert Koch-Institut, wie Wetter-, Klima-, Bevölkerungs- und Gesundheitsdaten miteinander verknüpft werden können. KI-gestützte Verfahren ermöglichten es, lokale Risikogebiete aus überregional verfügbaren Daten abzuleiten und regionale Unterschiede in der gesundheitlichen Gefährdung sichtbar zu machen. Routinedaten könnten darüber hinaus helfen, besonders vulnerable Patientengruppen zu identifizieren und den zusätzlichen Behandlungsbedarf bei Hitzewellen frühzeitig abzuschätzen.