Pharmazeutische Zeitung online
Mechanisch, chemisch, physikalisch

Kopfläusen den Garaus machen

Vielen Menschen juckt beim bloßen Gedanken an Kopfläuse das Haupt. Ruhiges, rasches und überlegtes Handeln führt zum Ziel – auch im Rahmen der Selbstmedikation häufig durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen.
Maria Pues
20.08.2020  12:00 Uhr

Das Ende der Sommerferien bedeutet häufig den Beginn der Kopflaus-Saison. Auch wenn die Corona-Abstandsregeln Eltern darauf hoffen lassen, dass sie in diesem Jahr glimpflich verläuft: Wird ein Kopflaus-Befall entdeckt, gilt es rasch und besonnen zu handeln. Bei der befallenen Person ist eine Kopflausbehandlung durchzuführen, Kontaktpersonen müssen untersucht und Betreuungseinrichtungen informiert werden.

Der Mensch stellt für den Ektoparasiten Pediculus humanus capitis den einzigen Wirt dar. Kein Kopf bedeutet keine Mahlzeit und damit das Ende des Läuselebens nach meistens zwei, spätestens drei Tagen. Unter günstigen Bedingungen (ausreichend Nahrung, Temperatur 28 bis 29 °C) dauert das Leben einer Kopflaus durchschnittlich 21 Tage.

Kommt es in dieser Zeit zur Paarung und Befruchtung eines Weibchens, findet nach durchschnittlich circa fünf Tagen die Eiablage statt. Ein Läuseweibchen kann dabei bis zu 150 Eier ablegen. Nach weiteren meist acht Tagen schlüpfen daraus die 1 bis 2 mm großen Nymphen. Diese können den heimischen Kopf nicht verlassen. Sie saugen dort Blut und durchlaufen weitere Nymphenstadien, bis sie nach weiteren durchschnittlich neun Tagen zu geschlechtsreifen und damit vermehrungsfähigen Läusen heranwachsen.

Häufig kommt es zu lokal begrenzten, kleinen Ausbrüchen, wenn Kopfläuse von einem Kopf auf einen anderen gelangen. Dabei springen, hüpfen oder fliegen sie nicht, sondern bewegen sich bei Haarkontakt von einem Haar auf ein anderes. Abgesehen von gemeinsam genutzten Kämmen oder Bürsten gilt eine Übertragung über Gegenstände als unwahrscheinlich.

Wichtigstes Symptom für einen Kopflausbefall ist Juckreiz. Dieser beruht auf einer allergischen Reaktion auf den Speichel der Kopfläuse, der bei der Blutmahlzeit in die Kopfhaut gelangt. Allerdings kann es beim ersten Kontakt mit Kopfläusen vier bis sechs Wochen dauern, bis der Juckreiz auftritt. Kein Juckreiz bedeutet daher keine Entwarnung. Bei einem erneuten Befall tritt der Juckreiz meist bereits nach zwei Tagen auf.

Seite123>

Mehr von Avoxa