Pharmazeutische Zeitung online
Corona-Krise

Konkrete Handlungsempfehlungen für Apotheken

Empfehlungen für den Botendienst

Im Standard für den Botendienst heißt es unter anderem: »Im Einzelfall bringt ein Mitarbeiter der Apotheker an Covid-19-erkrankten Patienten und Menschen mit Verdacht auf Covid-19-Erkrankung benötigte Arzneimittel nach Hause. Nach Möglichkeit sollten jedoch nicht betroffene Menschen aus dem Umfeld der Erkrankten bzw. der Verdachtsfälle die Arzneimittel in der Apotheke abholen.«

Konkret wird empfohlen: »Möglichst den direkten Kontakt mit dem Patienten vermeiden; Wohnung nicht betreten; räumlichen Abstand zum Patienten wahren; dem Patienten nicht die Hand geben. Evtl. entgegengenommene Rezepte in verschließbare Plastiktüten verpacken.« Welche Schutzkleidung zu tragen ist, wird nicht genauer konkretisiert. Nach jedem Patientenkontakt sind die Hände zu desinfizieren.

Die Apothekerkammer Hamburg gibt darüber hinaus folgende Empfehlungen: Vor der Auslieferung sollten konkrete Absprachen getroffen werden, mit genauer Uhrzeit und Kontaktnummer. Die Übergabe der Medikamente sollte kontaktlos erfolgen, also mindestens 1,5 Meter Abstand gehalten werden. Auch das Finanzielle sollte, soweit möglich, kontaktlos geregelt werden. Die Beratung sollte ausnahmsweise telefonisch erfolgen. Der Bote sollte gegebenenfalls mit einer FFP2-Maske und Einmalhandschuhen ausgestattet werden und sich am Ende die Hände gründlich waschen und desinfizieren.

Verdachtspatienten in der Apotheke absondern

Die Apothekerkammer Hamburg verweist in ihren Informationen zum Umgang mit Urlaubsrückkehrern und Infizierten beim Apothekenpersonal auf die allgemeinen Empfehlungen des RKI und der Hamburger Gesundheitsbehörde. Die Kammer rät zum Beispiel, das Personal in im Zwei-Wochen-Takt rotierende Teams einzuteilen. Auch ein Merkblatt zum Umgang mit Infizierten in der Offizin gibt es, auch wenn die AK Hamburg darauf hinweist, dass es keine verbindliche Anweisung gebe und ein pragmatisches Vorgehen im Einzelfall gefragt sei. Das Wichtigste sei in der jetzigen Situation der Mitarbeiterschutz für eine funktionierende Gesundheitsversorgung durch betriebsbereite Apotheken.

Falls sich ein Patient als Verdachtsfall bezeichnet, sollte er, wenn möglich, von der Apotheke mit Mundschutz und Handschuhen ausgestattet und von den anderen Kunden abgesondert werden. Die Diskretionszonen sollten erweitert werden. Falls möglich, kann ein separater Kassenplatz für Patienten mit verdächtigen Symptomen betrieben werden. Das Apothekenpersonal könnte den Patienten auch bitten, über das Handy mit ihm zu sprechen, auch wenn er bereits vor der Apotheke steht.

Seite<12

Mehr von Avoxa