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Bayerischer Apothekertag
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Kompetenz trifft Technologie – in der Apotheke

»Kompetenz trifft Technologie – Apotheke verbindet«: Das Motto des Bayerischen Apothekertags 2026 beschreibt auch die Zukunft des Berufs. »Pharmazie muss menschlich bleiben und die Apotheke verbindet Menschen«, betont Kammerpräsidentin Franziska Scharpf.

Gerlach plädiert für Erhöhung des Fixums

Mit großer Wertschätzung sprach die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach zu den BAT-Teilnehmern. »Unsere Apotheken sind ein wesentlicher Teil der staatlichen Daseinsvorsorge. Sie sollen als erste Anlaufstelle in der Gesundheitsversorgung stabilisiert werden.« Der Mehrwert der Vor-Ort-Apotheke müsse deutlicher kommuniziert werden. Die geplante Vertretungsregelung für Apothekenleiter entwerte den Beruf und werde nichts verbessern – weder finanziell noch personell.

Kammerpräsidentin Scharpf informiere sie »sehr engmaschig« über ihre Ideen und die Brennpunkte, sagte Gerlach anerkennend. Eine Idee sei eine stärkere Vernetzung mit den Ärzten, die beiden Berufsgruppen und den Patienten diene; dazu habe es bereits gemeinsame Gespräche im Ministerium gegeben. »Das finde ich extrem wichtig«, sagte sie mit Blick auf die Prävention. »Wir wollen mehr Wertschöpfung für die Menschen generieren, aber die Leistung muss auch angemessen honoriert sein.«

Gerlach plädierte nachdrücklich für eine auskömmliche Finanzierung der Apotheken und ihrer Leistungen. Zwar seien die Spielräume durch die GKV-Finanzmisere stark eingeschränkt, jedoch müsse die finanzielle Basis für die Apotheker gegeben sein – werde aber sukzessive weggenommen. »Wir müssen zum Koalitionsvertrag stehen«, betonte Gerlach unter Beifall. »Eine baldige Anpassung des Fixums ist essenziell für uns.« Man müsse auch prüfen, wo Geld versackt oder ergebnislos verpufft. Ziel sei es letztlich, das System so umzugestalten, dass es der Gesundheit und nicht nur der Versorgung bei Krankheit diene.

PharmaPuls: starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit 

Direkt vor der Eröffnung des Apothekertags hatten sich Gerlach und Scharpf mit Pharmaziestudierenden aus Erlangen, München, Regensburg und Würzburg getroffen. Beim »PharmaPuls – Speed-Networking« können sich die Studierenden mit Politikern austauschen und ihre Perspektiven und Erwartungen in die gesundheitspolitische Diskussion einbringen.

»Der Austausch mit Studierenden war sehr wertvoll für mich«, berichtete Gerlach. Die jungen Menschen hätten auch über ihre Ängste gesprochen, dass die wirtschaftliche Grundlage der Apotheken nicht mehr funktioniere, wenn sie mit dem Studium fertig sind. Sie werde diese Emotionen, aber auch die Zukunftsideen der jungen Leute mitnehmen in die politische Diskussion.

Für Scharpf ist der Austausch essenziell für die Zukunft des Berufsstands: »Wir brauchen den Dialog zwischen Politik, Praxis und Nachwuchs. Nur so können wir die Arzneimittelversorgung nachhaltig sichern und weiterentwickeln.«

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