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Steigende Corona-Infektionszahlen
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Kommt der Wellenbrecher-Shutdown?

In Deutschland steigen die Infektionszahlen derzeit exponenziell an. Deshalb sollen in Kürze neue Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung von SARS-CoV-2 beschlossen werden. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach schlägt einen kurzfristigen geplanten Shutdown als »Wellenbrecher« vor. Was ist damit gemeint?
Autordpa
AutorPZ
Datum 27.10.2020  15:36 Uhr

Konzept, um Zeit zu erkaufen

Das Konzept der Wellenbrecher-Shutdowns oder »vorsorglichen Pausen« hatten vor Kurzem britische Forscher um Professor Dr. Matt Keeling von der University of Warwick in einer Publikation auf dem Preprint-Server »MedRxiv« vorgeschlagen. Geplante, zeitlich limitierte Shutdowns könnten die Prävalenz effektiv senken, bevor die Situation sich derart zuspitze, dass Not-Shutdowns notwendig würden, um die Gesundheitssysteme vor dem Kollaps zu bewahren. Dadurch ließe sich die Pandemie kontrollieren, während durch die zeitliche Begrenzung und die Ankündigung der Maßnahme deren negativer Effekt auf die Bevölkerung abgeschwächt würde, schreiben die Wissenschaftler.

Ihrer Analyse zufolge könnten die vorsorglichen Pausen die Zahl der Neuinfektionen auf den Wert von vor vier Wochen drücken. Dies könnte auch die Zahl der Todesfälle verringern. Allerdings seien die geplanten Zwei-Wochen-Shutdowns keine Dauerlösung, sondern könnten lediglich Zeit erkaufen, bis andere Maßnahmen greifen, betonen die Wissenschaftler. »Außerdem finden wir übereinstimmend, dass der optimale Zeitpunkt für eine solche Pause immer jetzt ist«, schreiben sie. Es gebe keine guten epidemiologischen Gründe, diese Maßnahme zu verschieben.

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