| dpa |
| PZ |
| 27.10.2020 15:36 Uhr |
Das Konzept der Wellenbrecher-Shutdowns oder »vorsorglichen Pausen« hatten vor Kurzem britische Forscher um Professor Dr. Matt Keeling von der University of Warwick in einer Publikation auf dem Preprint-Server »MedRxiv« vorgeschlagen. Geplante, zeitlich limitierte Shutdowns könnten die Prävalenz effektiv senken, bevor die Situation sich derart zuspitze, dass Not-Shutdowns notwendig würden, um die Gesundheitssysteme vor dem Kollaps zu bewahren. Dadurch ließe sich die Pandemie kontrollieren, während durch die zeitliche Begrenzung und die Ankündigung der Maßnahme deren negativer Effekt auf die Bevölkerung abgeschwächt würde, schreiben die Wissenschaftler.
Ihrer Analyse zufolge könnten die vorsorglichen Pausen die Zahl der Neuinfektionen auf den Wert von vor vier Wochen drücken. Dies könnte auch die Zahl der Todesfälle verringern. Allerdings seien die geplanten Zwei-Wochen-Shutdowns keine Dauerlösung, sondern könnten lediglich Zeit erkaufen, bis andere Maßnahmen greifen, betonen die Wissenschaftler. »Außerdem finden wir übereinstimmend, dass der optimale Zeitpunkt für eine solche Pause immer jetzt ist«, schreiben sie. Es gebe keine guten epidemiologischen Gründe, diese Maßnahme zu verschieben.