| Daniela Hüttemann |
| 18.05.2026 22:25 Uhr |
Sebastian Köhler wurde mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten der Apothekerkammer Bremen gewählt. / © PZ/Daniela Hüttemann
Die Apothekerkammer Bremen hat am Montagabend einen neuen Vorstand gewählt. Der bisherige Präsident Klaus Scholz war altersbedingt nicht erneut angetreten. Er hatte sich bereits 2021 als Inhaber aus der OHG der vier sk-Apotheken in Bremen und Stuhr zurückgezogen.
Spannend wurde es bei der Wahl des Präsidenten: Neben dem bisherigen Vize Sebastian Köhler (Inhaber der Horner-Apotheke und seit 2018 im Vorstand) hatte sich Mobin Tawakkul (Inhaber der Nordsee-Apotheke in Bremerhaven sowie einer Filiale in Niedersachsen) zur Wahl gestellt. Köhler setzte sich am Ende deutlich mit 79 zu neun Stimmen durch.
Köhler sieht die Apotheken in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation. Er werde nicht sagen, er könne es besser, so Köhler bei seiner Vorstellung. »Aber ich verspreche, ich bin Apotheker mit Leidenschaft und brenne schon lange für den Beruf. Ich werde mich mit größtmöglichem Engagement für uns und unseren Berufsstand einsetzen.«
In Bremen gibt es keine Delegierten wie in anderen Kammerbereichen. Hier ist jedes Kammermitglied zu den Kammerversammlungen eingeladen und stimmberechtigt und kann sich selbst wählen lassen. In Bremen und Bremerhaven gibt es aktuell noch 118 Apotheken und die niedrigste Apothekendichte in Deutschland. Die Kammer hat 510 Mitglieder.
Politisch hat sich für die Apotheken vor Ort im vergangenen Jahr leider nicht allzu viel getan, hatte Klaus Scholz vorab konstatiert. Gesetzgebungsverfahren seien keine Wunschkonzerte. »Insgesamt ist festzustellen, dass unsere Proteste angesichts des allgemeinen Sparzwangs vielfach auf wenig Resonanz gestoßen sind.« Zumindest medial seien die Proteste jedoch ein Erfolg gewesen und man habe eine gute öffentliche Wahrnehmung erreicht.
Klaus Scholz bedankte sich in seiner Abschiedsrede für die Loyalität und Fairness der Bremer Apothekerinnen und Apotheker. / © PZ/Daniela Hüttemann
Während die Fixumserhöhung weiter auf sich warten lässt, steht die umstrittene PTA-Vertretung noch im Gesetzentwurf. Heute gab es allerdings Änderungsanträge der Union und SPD, dass dies nur im Notbetrieb und vorerst probehalber möglich sein soll.
»Die konsequente Ablehnung einer erweiterten PTA-Vertretung halte ich für essenziell. Es besteht die reale Gefahr, dass durch gerichtliche Auseinandersetzungen – etwa zur Dauer oder zu den Voraussetzungen der Vertretung – schrittweise eine Ausweitung der Befugnisse erfolgt«, so Scholz.
Die Kammer habe erneut Gespräche mit fast allen Bundestagsabgeordneten aus Bremen geführt und auf die Gefahren hingewiesen. Der Abgeordnete Thomas Röwekamp (CDU) sei zwar nicht im Gesundheits-, sondern Verteidungsausschuss aktiv. Als Jurist habe er die Problematik der PTA-Vertretung jedoch gut nachvollziehen können, so Scholz. Er habe zugesagt, das Thema weiterzugeben. Die Resilienz der Arzneimittelversorgung sei ihm wichtig. Auch mit der Gesundheitssenatorin stehe die Kammer im ständigen Austausch. Hier erwartet sich Scholz Unterstützung, wenn die Apothekenreform durch den Bundesrat geht.