| Daniela Hüttemann |
| 18.05.2026 22:25 Uhr |
Politisch hat sich für die Apotheken vor Ort im vergangenen Jahr leider nicht allzu viel getan, hatte Klaus Scholz vorab konstatiert. Gesetzgebungsverfahren seien keine Wunschkonzerte. »Insgesamt ist festzustellen, dass unsere Proteste angesichts des allgemeinen Sparzwangs vielfach auf wenig Resonanz gestoßen sind.« Zumindest medial seien die Proteste jedoch ein Erfolg gewesen und man habe eine gute öffentliche Wahrnehmung erreicht.
Klaus Scholz bedankte sich in seiner Abschiedsrede für die Loyalität und Fairness der Bremer Apothekerinnen und Apotheker. / © PZ/Daniela Hüttemann
Während die Fixumserhöhung weiter auf sich warten lässt, steht die umstrittene PTA-Vertretung noch im Gesetzentwurf. Heute gab es allerdings Änderungsanträge der Union und SPD, dass dies nur im Notbetrieb und vorerst probehalber möglich sein soll.
»Die konsequente Ablehnung einer erweiterten PTA-Vertretung halte ich für essenziell. Es besteht die reale Gefahr, dass durch gerichtliche Auseinandersetzungen – etwa zur Dauer oder zu den Voraussetzungen der Vertretung – schrittweise eine Ausweitung der Befugnisse erfolgt«, so Scholz.
Die Kammer habe erneut Gespräche mit fast allen Bundestagsabgeordneten aus Bremen geführt und auf die Gefahren hingewiesen. Der Abgeordnete Thomas Röwekamp (CDU) sei zwar nicht im Gesundheits-, sondern Verteidungsausschuss aktiv. Als Jurist habe er die Problematik der PTA-Vertretung jedoch gut nachvollziehen können, so Scholz. Er habe zugesagt, das Thema weiterzugeben. Die Resilienz der Arzneimittelversorgung sei ihm wichtig. Auch mit der Gesundheitssenatorin stehe die Kammer im ständigen Austausch. Hier erwartet sich Scholz Unterstützung, wenn die Apothekenreform durch den Bundesrat geht.
Einige gute Nachrichten gab es auch: Die neu organisierten Notdienste hätten sich bewährt, »Beschwerden aus der Bevölkerung sind ausgeblieben, und für uns ist eine spürbare Entlastung eingetreten«, so Scholz. Rezeptfälschungen blieben ein Thema, die erhöhte Aufmerksamkeit der Apotheken zeige jedoch Wirkung.
Zum Abschluss bedankte sich Scholz für die Loyalität und Fairness der Bremer Apotheken während seiner Amtszeit, die durchaus herausfordernd gewesen sei. Für die Zukunft der Apotheker sei er positiv gestimmt. Der Kontakt zu den Menschen sei ihr großer Vorteil gegenüber dem Versandhandel. »Nur Logistik wird nicht unsere Zukunft sein«, so der scheidende Präsident im Hinblick auch auf künftige pharmazeutische Dienstleistungen und Aufgaben. »Aber die Vergütung muss stimmen.«