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Konjunkturpaket

Koalition stärkt hiesige Arzneimittelproduktion

Neben der Stärkung der hiesigen Arzneimittelproduktion soll auch die Impfstoffentwicklung mit Bundesmitteln gezielt unterstützt werden. 750 Millionen Euro hat die Koalition dafür veranschlagt. Dies soll sicherstellen, dass zeitnah ein Impfstoff gegen Covid-19 zur Verfügung steht und auch in Deutschland schnell produziert werden kann. Darüber hinaus soll langfristig die Impfstoffentwicklung besser aufgestellt werden, um künftig auf neue Erreger schneller reagieren zu können. Vorgesehen ist deshalb, bestehende Programme zur Impfstoffentwicklung aufzustocken und neue Initiativen und Forschungsnetzwerke zu fördern, insbesondere zu viralen Erkrankungen mit epidemischem oder pandemischem Potenzial.

Darüber hinaus fördert das Konjunkturpaket maßgeblich noch andere Bereiche des Gesundheitssystems. Der Hauptanteil der finanziellen Unterstützung des Bundes fließt mit einer Summe in Höhe von vier Milliarden Euro in den öffentlichen Gesundheitsdienst. Unter anderem soll dies den Ländern die Aufstockung von Personal in den Gesundheitsämtern ermöglichen. Um die Personalgewinnung zu erleichtern, soll sich die Bezahlung zudem an dem ärztlichen Gehalt in anderen Bereichen des Gesundheitswesens orientieren. Auch sollen Themen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes stärker in den Ausbildungszielen und -inhalten verankert werden, heißt es in dem Papier. Angehende Ärzte sollen Famulaturen und Praktisches Jahr künftig als praktische Teile im Gesundheitsamt ableisten können. Ein Förderprogramm soll die Gesundheitsämter zudem in der technischen und digitalen Auf- und Ausrüstung unterstützen.

Auch die Krankenhausstrukturen und deren –betriebe stehen im Fokus des Konjunkturpakets: Um im pandemischen Notfall die Patientenversorgung in den Krankenhäusern ausreichend zu gewährleisten, plant der Bund mit dem sogenannten Zukunftsprogramm Krankenhäuser einen Investitionsschub in Höhe von drei Milliarden Euro.

Und auch im Bereich medizinischer Schutzausrüstungen hat die Koalition aus der Mangelversorgung im Zuge der Coronavirus-Krise ihre Konsequenzen gezogen. Um künftig im Falle einer Epidemie den kurzfristig erhöhten Bedarf an medizinischer Schutzausrüstung besser bedienen zu können, ist der Aufbau einer zentralen nationalen Reservehaltung an persönlicher Schutzkleidung vorgesehen. Dies soll nach dem Willen der Koalition jedoch auch dezentral in den medizinischen Einrichtungen sowie beim Katastrophenschutz der Länder erfolgen. Für diese Maßnahmen der Bevorratung sind eine Milliarde Euro vorgesehen.

 

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