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Johannes Wagner
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»Klimasensible Beratung in der Apotheke kann Leben retten«

In der vergangenen Woche wurden in einigen deutschen Städten Temperaturen von über 40 Grad gemessen. Daraufhin drängte Bündnis 90/Die Grünen auf einen Aktionsplan gegen Hitze. Die PZ sprach mit dem Gesundheitspolitiker Johannes Wagner über die Rolle von Apotheken beim Hitzeschutz.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 03.07.2026  15:30 Uhr

Apotheken können »Hitzeschutzinseln« für die Menschen sein. Auch der Abgeordnete Johannes Wagner ist der Meinung, dass sie ein unverzichtbarer Teil des Hitzeschutzes sind. »Apothekerinnen und Apotheker genießen in unserer Gesellschaft großes Vertrauen. Dieses Vertrauen können und müssen wir jetzt nutzen«, sagt er gegenüber der PZ.

Viele Menschen würden nicht wissen, dass zahlreiche Medikamente bei extremer Hitze ihre Wirkung verändern. »Eine klimasensible Beratung in der Apotheke kann Leben retten«, sagt er.

Laut dem Politiker könnten Apotheken auch als Informationspunkte dienen, die zeigen, wo es in der Nähe kühle Räume oder Trinkbrunnen gibt. Im besten Fall könnten sie auch selbst ein kühler Rückzugsort sein. »Hitzeschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Apotheken sind ein Teil der Lösung.«

»Hitze ist eine Frage sozialer Gerechtigkeit«

Unmittelbar nach der extremen Hitze Ende Juni forderte die Fraktion ein Abkühl-Sofortprogramm von der Regierung, um das Land gegen solche Extremwetterereignisse zu wappnen. Auch gestern fand zum Thema »Deutschland im Klimanotstand« ein Online-Brennpunkt statt. Mit dabei waren die Abgeordneten Katharina Dröge (Fraktionschefin), Julia Schneider und Johannes Wagner.

Laut Wagner könnte die Regierung bereits diesen Sommer Maßnahmen zur Abkühlung ergreifen. Dazu zählen für den Grünen-Politiker klimatisierte Rückzugsorte in jeder Kommune wie Bibliotheken, Rathäuser oder Museen, die bei extremer Hitze für alle Menschen offenstehen und mithilfe von Kühlkarten leicht zu finden sind.

Doch die Liste geht weiter: »Wir brauchen ein flächendeckendes SMS-Warnsystem, das alle Menschen rechtzeitig vor Hitzewellen informiert. Wir brauchen mobile Kühlteams, die wie der Kältebus im Winter die Straßen abfahren und besonders obdachlose Menschen versorgen«, fordert der Grüne-Politiker. »Hitze ist eine Frage sozialer Gerechtigkeit, und hier versagt die Bundesregierung auf ganzer Linie«, so sein Fazit.

»Hitzeschutz ist kein Nice-to-have«

»Unser Gesundheitswesen kommt komplett an seine Grenzen, wenn Menschen, die helfen sollen, auch noch selbst mit der Hitze zu kämpfen haben. Das kenne ich noch gut aus meiner Zeit als Arzt«, sagt Wagner. Hitzeschutz sei kein Nice-to-have.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die jüngste Hitzewelle in Europa nur ein Vorbote dessen, was den Kontinent in den kommenden Jahren erwartet. Mit Blick darauf fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, dass Hitzeschutz als Querschnittsthema verpflichtend in die Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Gesundheits- und Heilberufe integriert wird. Der Fokus soll dabei insbesondere auf der Erkennung von Hitzesymptomen, der hitzebedingten Anpassung von Medikationen und der Versorgung vulnerabler Gruppen liegen.

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