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Frühjahrsempfang Köln
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Kippels bezeichnet Versandhandel als »Wildwuchs«

Auf dem Frühjahrsempfang des Apothekerverbandes Köln in der Wolkenburg versammelten sich hochkarätige Gäste aus dem Gesundheitswesen. Mit dabei waren unter anderem ABDA-Präsident Thomas Preis und der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), Georg Kippels (CDU) dabei. 
AutorKontaktPZ
Datum 29.05.2026  12:30 Uhr

Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Apotheken vor Ort fand der Frühjahrsempfang des Apothekerverbandes Köln statt. 

Wie der Verband berichtet, mahnte Andree Haack, Beigeordneter der Stadt Köln für das Dezernat Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitalisierung und Regionales, insbesondere im Hinblick auf den demographischen Wandel dringenden politischen Handlungsbedarf an. Denn nicht nur die Kölner Bürgerinnen und Bürger wünschen sich eine sichere und wohnortnahe Arzneimittelversorgung, sondern auch die Stadt Köln. »Dass es Sie gibt, lange und möglichst viele«, müsse weiterhin sichergestellt sein, so Haack, und sicherte in diesem Zuge die Unterstützung der Stadt zu.

Preis: GKV-Spargesetz kritisch begleiten

Laut der Pressemitteilung hatte zuvor auch Thomas Preis, ABDA-Präsident und Vorsitzender des Apothekerverbandes Köln, in seiner Begrüßungsansprache auf die wirtschaftliche Situation der Apotheken Bezug genommen und verwies dabei auf die weiterhin hohe Schließungswelle von Vor-Ort-Apotheken. Allein in der Stadt Köln gebe es nur noch rund 200 Apotheken und damit 30 Prozent weniger Betriebsstätten als noch im Jahr 2010.

Das neulich im Bundestag verabschiedete Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) werde die Rolle der Apotheken bei der Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen und Bürger zwar stärken, so Preis. Um das Apothekensterben zu stoppen, werde jedoch dringend die versprochene Fixumserhöhung auf 9,50 Euro benötigt.

Der ABDA-Präsident kritisierte die vorgesehene Erhöhung des Kassenabschlags pro rezeptpflichtiger Packung von 1,77 auf 2,07 Euro. Damit gehe man nach kleinen Schritten nach vorne jetzt wieder entscheidend zurück bei der Apothekenstärkung. Die Apothekerschaft werde das GKV-Spargesetz in der jetzt beginnenden parlamentarischen Phase sehr kritisch begleiten.

Insbesondere nach dem ApoVWG und vor dem Hintergrund der Primärversorgung wolle man den heilberuflichen Austausch mit der Ärzteschaft weiter stärken.

Kippels: Versandhandel aus dem Ausland ist »Wildwuchs«

Der Parlamentarische Staatssekretär im BMG, Georg Kippels (CDU), sprach sich laut des Apothekerverbands in seinem gesundheitspolitischen Bericht im Hinblick auf das ApoVWG erneut dafür aus, das Berufsbild der Apotheken weiterzuentwickeln. »In bewegten Zeiten« benötige eine sich wandelnde Gesellschaft auch eine zukunftsorientierte Versorgung von Patientinnen und Patienten. Apotheken seien eine niedrigschwellige Anlaufstelle in der Gesundheitsversorgung und Prävention. Er verwies dabei unter anderem auf die neuen Möglichkeiten von Impfungen und Blutabnahmen in der Apotheke.

Bezugnehmend auf die geplante zweistufige Fixumserhöhung wies er darauf hin, dass sich diese Verordnung aktuell in der Abstimmung zwischen dem Bundeswirtschafts- und Bundesgesundheitsministerium befinde.

Auch der Versandhandel sei ein relevantes Thema. Kippels bezeichnete den Versandhandel mit Arzneimitteln aus dem Ausland im Hinblick auf die Benachteiligung von Apotheken vor Ort als »Wildwuchs« und »Fehlentwicklung«, den man gemeinsam einhegen müsse.

Darüber hinaus nahm Kippels auf das geplante Gesundheitssicherungsgesetz (GSG) Bezug, das die Schnittstelle zwischen Gesundheits- und Sicherheitspolitik bilden und die Arzneimittel- und Medizinprodukteversorgung in Krisen- und Verteidigungsfällen sichern soll, sowie das Digital-Gesetz (DigiG). Als Beispiel nannte Kippels hier den digitalen Impfpass (e-Impfpass), der ab 2027 wirksam werden könnte.

Abschließend betonte er die Wichtigkeit, Gesetze stetig weiterzuentwickeln. Ein Gesetz werde besser, so Kippels, wenn man es in der Praxis gemeinsam bearbeite. Dabei sei die Dialog- und Diskussionsbereitschaft von beiden Partnern entscheidend.

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