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Tag der Apotheke

Kinder(medikation) im Mittelpunkt

Der diesjährige Tag der Apotheke am 7. Juni steht unter dem Motto »Richtige Medikation für Kinder«. Neben der Dosierung hat vor allem die richtige Anwendung einige Tücken – besonders im Notfall.
Daniela Hüttemann
30.04.2019
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Eltern, Erzieher und Lehrer von chronisch kranken Kindern sollten wissen, was in einem Notsituationen wie einem Asthmaanfall, einem epileptischen Anfall oder einer Unterzuckerung zu tun ist. »Im Notfall sind alle Beteiligten so unter Druck, dass gerade bei komplexen Darreichungsformen leicht Fehler passieren. Deshalb sollten sich die Erwachsenen schon im Vorfeld in der Apotheke demonstrieren lassen, wie ein Notfall-Arzneimittel bei einem Kind richtig angewendet wird«, sagt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Beispiele für solche Notfallmedikamente sind Dosieraerosole, Glucagon-Pens, Autoinjektoren sowie Rektiolen und Mundspritzen. Oft muss es schnell gehen wie bei einem anaphylaktischen Schock, zum Beispiel aufgrund einer Erdnuss-Allergie. »Unbehandelt können akute schwere allergische Reaktionen bei Kindern tödlich enden. Deshalb ist es wichtig, dass die Notfall-Arzneimittel nicht nur immer in Reichweite sind, sondern die Erwachsenen auch mit der Anwendung vertraut sind«, sagt die Apothekerin Dr. Martina Neininger vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit (ZAMS) der Universität Leipzig.

Zuerst sollte ein Notarzt verständigt werden. Dann kommen die Notfallmedikamente zum Einsatz, bei einem anaphylaktischen Schock meist Antihistaminika, Cortison und Adrenalin. Adrenalin-Autoinjektoren sind aufgrund von Lieferproblemen der Anbieter aktuell immer noch kaum verfügbar.

Viele Studien zeigen, dass bei der Anwendung von Kinderarzneimitteln häufig Fehler passieren, auch in der täglichen Anwendung, zum Beispiel bei Asthmasprays. Apotheker können den Betreuern zeigen, wie es richtig geht.

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