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Arzneimittelbehörde

Keine Menstruationsbeschwerden durch Coronaimpfung

Der Pharmakovigilanzausschuss der EU-Arzneimittelbehörde EMA hat sich mit Meldungen von Menstruationsbeschwerden nach einer Covid-19-Impfung beschäftigt. Er sieht vorerst keinen kausalen Zusammenhang.
Daniela Hüttemann
06.08.2021  18:00 Uhr

Vermutungen, dass eine Coronaimpfung Menstruationsbeschwerden auslöst, geistern schon seit längerer Zeit durch Medien und soziale Netzwerke. Nun hat sich der für Arzneimittelsicherheit zuständige Ausschuss (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) der Sache angenommen. Um wie viele gemeldete Fälle es bislang geht, teilte die EU-Behörde nicht mit. Sie stellte heute aber klar: »Bisher wurde kein kausaler Zusammenhang zwischen Covid-19-Impfstoffen und Menstruationsstörungen festgestellt.«

Der PRAC betont, dass diese Beschwerden sehr häufig seien und auch ohne zugrunde liegende Erkrankung auftreten könnten, etwa infolge von Stress und Müdigkeit. Was der Ausschuss nicht schreibt, wohl aber bei seiner Bewertung bedacht hat: Aufgrund der Häufigkeit solcher Beschwerden, die bekanntlich etwa alle vier Wochen auftreten, ist zwangsläufig bei vielen Frauen mit einem zeitlichen Zusammenhang zu einer Covid-19-Impfung zu rechnen, die dann irrtümlich als Ursache empfunden werden kann. Nichtsdestotrotz hat die EMA die Impfstoffhersteller aufgefordert, weiterhin Daten dazu zu sammeln und in ihren monatlichen Sicherheitsberichten bereitzustellen.

Der PRAC weist noch darauf hin, dass Frauen mit unerwarteten vaginalen Blutungen (zum Beispiel nach den Wechseljahren) oder bei Sorgen über eine anhaltende oder schwere Menstruationsstörung einen Arzt aufsuchen sollten. Dahinter kann zum Beispiel eine Endometriose stecken. Grundsätzlich sollten Menstruationsstörungen ernst genommen und behandelt werden.

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