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Bayern

Kein Schulgeld mehr für PTA-Ausbildung

Bis auf Weiteres müssen angehende pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) in Bayern für ihre Ausbildung kein Schulgeld mehr zahlen. Das teilten die Bayerische Landesapothekerkammer und der –verband heute mit.
Ev Tebroke
28.06.2019
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Für angehende PTA ist bereits ab dem kommenden Schuljahr kein Ausbildungsgeld mehr fällig. Wie die Bayerische Landesapothekerkammer (BLAK) und der Bayerische Apothekerverband (BAV) heute mitteilten, ist die Finanzierung der Ausbildungen bis Ende 2020 durch den Freistaat gesichert. Das gehe aus den Ende Juni bekannt gegebenen Förderrichtlinien des Freistaats hervor. Demnach übernimmt das Land die Schulgelder für die Ausbildung an den sechs Schulen des Vereins zur Unterhaltung der pharmazeutisch-technischen Lehranstalten in Bayern, die Schulstandorte sind München, Würzburg, Augsburg, Nürnberg, Kulmbach und Passau.

Die Apotheker freuen sich nach eigenen Angaben sehr über diese Entwicklung, denn viele seien auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Durch den Wegfall des Schulgelds könnten sich wieder mehr jungen Menschen für diesen Berufsweg entscheiden, so die Hoffnung. „Für viele Schüler war das Schulgeld bisher eine Hürde, sich zum PTA ausbilden zu lassen“, so Volker Schmitt, Pressesprecher der Apotheker in Bayern. Die Berufsaussichten der PTA in der öffentlichen Apotheke, aber auch in Kliniken, Industrie und Verwaltung seien ausgezeichnet, betonen Kammer und Verband.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels steht das Schulgeld für nichtakademische Gesundheitsberufe schon länger in der Kritik. Zuletzt hatten sich die Gesundheitsminister der Länder auf ihrer diesjährigen Konferenz in Leipzig für eine Abschaffung des Schulgelds in diesen Berufen ausgesprochen. In einem Beschluss hatten sie die Regierung aufgefordert, bis Ende des Jahres eine bundeseinheitliche Regelung vorzulegen. Bislang müssen Logopäden, Physiotherapeuten oder PTA monatlich oft mehrere Hundert Euro für ihre Ausbildung zahlen. In einzelnen Bundesländern, wie etwa in Bayern ist die Finanzierung der Schulgelder über Landesförderprogramme geregelt.

Um den Beruf der PTA attraktiver zu machen und dem Nachwuchsmangel entgegenzuwirken , plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Reform des Berufsbilds und der Ausbildung an sich.

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