Der LAV-Vorsitzende Berend Groeneveld positioniert sich mit deutlichen Worten gegen Extremismus. / © Landesapothekerverband Niedersachsen
Im September haben die Delegierten des Deutschen Apothekertags in München ein klares Bekenntnis des Berufsstands zu Demokratie, Vielfalt und gemeinsamen Werten formuliert. »Als Angehörige eines Heilberufs tragen Apothekerinnen und Apotheker besondere Verantwortung für die Würde und Gesundheit jedes Menschen. Daraus folgt für uns ein klares Bekenntnis zu Menschlichkeit, Toleranz, Freiheit, Gleichberechtigung und zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung«, heißt es in der mit einer Enthaltung beschlossenen Resolution.
Jetzt knüpft der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) an die Resolution vom September an und betont erneut seine klare Haltung gegen Extremismus jeglicher Art. Mit dem erneuten Bekenntnis will der Verband die Bedeutung von Respekt, Toleranz und gegenseitiger Wertschätzung für den pharmazeutischen Berufsstand unterstreichen.
»Apotheken stehen allen Menschen offen – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem persönlichen Hintergrund. Respekt, Menschlichkeit und fachliche Verantwortung sind die Grundlage unserer täglichen Arbeit. Für Ausgrenzung, Hass und Hetze ist dabei kein Platz«, sagt Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des LAV, in der Mitteilung.
Der LAV erklärt, dass Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten und Herkunft ihre individuellen Erfahrungen, Perspektiven und Kompetenzen in die Apothekenteams einbrächten. Sie bereicherten das Miteinander, förderten gegenseitiges Lernen und stärkten eine Arbeitskultur, die von Offenheit und gegenseitiger Anerkennung geprägt sei. »Unsere vielfältigen Apothekenteams leisten gemeinsam einen wichtigen Beitrag dazu, die Arzneimittelversorgung der Menschen Tag für Tag sicherzustellen. Als weltoffener und toleranter Berufsstand dürfen wir nicht zulassen, dass extremistische Kräfte unsere Demokratie untergraben«, erklärt Groeneveld.
Der LAV wendet sich deshalb entschieden gegen menschenverachtende Äußerungen, Antisemitismus und jede Form von Extremismus. Der Verband sieht es als gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung, demokratische Werte zu schützen und ein respektvolles Zusammenleben zu fördern. »Menschlichkeit kennt keine Ausgrenzung. Vielfalt ist unsere Stärke. Demokratie ist unsere gemeinsame Verantwortung«, betont LAV-Vorstandsvorsitzender Groeneveld.
Dass Extremismus und Hass die Apotheken auch direkt treffen können, zeigte sich Mitte Oktober. Die Bielefelder Apothekerin Elisabeth Kutter wandte sich in einem Facebook-Video mit den Worten »Bitte meide meine Apotheke, meide mein Team, meide mein Umfeld« an die Unterstützerinnen und Unterstützer der AfD. Neben sachlicher Kritik musste sich die Apothekerin daraufhin zahlreiche Hassnachrichten, Beleidigungen und Drohungen anhören.
Elisabeth Kutter berichtet in der aktuellen Podcastfolge von PZ Nachgefragt von ihren Erlebnissen. Außerdem erklärt sie ihre Motivation und warum es ihr nicht ausreichte, sich als Privatperson gegen die AfD zu positionieren.