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Tierarzneimittel

Kein Permethrin für Katzen

Tierhalter aufgepasst: Bestimmte Floh- und Zeckenschutzmittel für Hunde können für Katzen lebensgefährlich sein. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Permethrin dürfen bei Katzen nicht angewendet werden.
Annette Mende
29.04.2019
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Permethrin ist ein synthetisches Pyrethroid, das gegen Insekten, Milben und Zecken wirkt, indem es das Schließen der Natriumkanäle auf den Nervenzellen der Ektoparasiten verzögert. In der Humanmedizin wird Permethrin äußerlich gegen Kopfläuse (zum Beispiel Infectopedicul®), bei Krätze (zum Beispiel Infectoscab®) sowie zum Imprägnieren von Kleidung als Mückenschutz (zum Beispiel Nobite® Kleidung) eingesetzt. Auch Kleintiere können mit Permethrin vor Ektoparasiten geschützt werden.

Das gilt jedoch nicht für alle. Katzen verfügen nämlich nur in geringem Umfang über ein für den Abbau von Permethrin essenzielles Enzym, die Glucuronidase-Transferase. Deshalb können sie, wenn sie mit dem Mittel in Kontakt kommen, schwere Vergiftungen erleiden. Darauf weist aktuell das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hin.

Hintergrund ist, dass einige Permethrin-haltige Mittel für Hunde im vergangenen Jahr aus der Verschreibungspflicht entlassen wurden. Da Tierhalter die Präparate nun ohne vorherige Beratung durch einen Tierarzt kaufen können, befürchtet das BVL mögliche Fehlanwendungen. Auch ein unbeabsichtigter Permethrin-Kontakt, wenn beispielsweise Hund und Katze in einem Haushalt leben, berge Risiken für die Katze.

Die Hauptsymptome einer Permethrinvergiftung bei Katzen sind laut BVL:

Treten die genannten Symptome bei einer Katze nach Kontakt mit Permethrin auf, soll der Tierhalter sofort einen Tierarzt aufsuchen. Zusätzlich soll das BVL über vermutete unerwünschte Arzneimittelwirkungen informiert werden.

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