| Sven Siebenand |
| 25.08.2026 16:20 Uhr |
Für Gelegenheitsflieger gilt die kosmische Strahlung im Flugzeug als gesundheitlich unbedenklich. Piloten und Flugbegleiter könnten aufgrund der beruflich bedingten stärkeren Strahlenexposition aber ein erhöhtes Risiko haben, an bestimmten Krebsarten zu sterben. / © Getty Images/ Anchiy
Für Gelegenheitsflieger gilt die kosmische Strahlung im Flugzeug als gesundheitlich unbedenklich. Piloten und Flugbegleiter könnten aufgrund der beruflich bedingten stärkeren Strahlenexposition aber ein erhöhtes Risiko haben, an bestimmten Krebsarten zu sterben. Darauf deutet eine im »JAMA Internal Medicine« veröffentlichte Arbeit eines Teams um Dr. Vishal R. Patel von der Harvard Medical School in Boston in den USA hin.
Die Forscher werteten Daten des US-amerikanischen National Vital Statistics System aus. Grundlage waren Sterbeurkunden aus den Jahren 2020 bis 2024, die mit Angaben zum üblichen Beruf der Verstorbenen verknüpft wurden. Insgesamt gingen 12.710.517 Todesfälle aus 503 verschiedenen Berufsgruppen in die Analyse ein, darunter 14.190 Piloten und 7170 Flugbegleiter. Untersucht wurde, wie häufig Menschen aus den einzelnen Berufsgruppen an Krebsarten starben, für die ein Zusammenhang mit Strahlung angenommen wird. Dazu zählten unter anderem Brustkrebs, Tumoren des zentralen Nervensystems, multiples Myelom, bestimmte Leukämien und Lymphome, Schilddrüsen- und Prostatakrebs sowie Melanome und andere Hautkrebsarten. Lungenkrebs wurde wegen des möglichen Einflusses des Rauchens aus dieser Gruppe ausgeschlossen.
Die Wissenschaftler verglichen die Krebssterblichkeit des Flugpersonals mit derjenigen anderer Berufe und berücksichtigten dabei Alter zum Todeszeitpunkt, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Bildungsniveau und Familienstand. Zusätzlich dienten Flugzeugmechaniker und -monteure als negative Kontrollgruppen: Sie arbeiten zwar ebenfalls in der Luftfahrt, sind aber nicht dauerhaft der kosmischen Strahlung während des Fliegens ausgesetzt. Nukleartechniker wurden aufgrund ihrer bekannten beruflichen Strahlenexposition als positive Kontrollgruppe herangezogen.