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KI in der Pharmazie
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Jedes Jahr leistungsfähiger

Künstliche Intelligenz (KI) ist eine anhaltende Erfolgsgeschichte. Die selbstlernenden Systeme werden auch in pharmazeutischen Fragen immer besser. Aber bewerten, einordnen und beraten können sie nicht. Vor- und Nachteile einer technischen Revolution.
AutorKontaktRobert Hübner
AutorKontaktHermann Wätzig
Datum 02.03.2025  08:00 Uhr

Mit dem Begriff »künstliche Intelligenz« (KI) werden komplexe Programme beschrieben, die durch zusätzliche Daten lernen und sich verbessern können. Die Nobelpreise 2024 zeigen, dass dies zu Recht weltweit so wahrgenommen wird. Der Nobelpreis für Physik wurde an die KI-Grundlagenforscher John Hopfield und Geoffrey Hinton verliehen. Der Nobelpreis für Chemie ging an David Baker, Demis Hassabis und John M. Jumper für ihre bahnbrechenden Arbeiten zur Erforschung der Proteinstruktur. Mit ihren auf KI basierenden Rechenmodellen AlphaFold und RosettaFold wird es erheblich leichter, neue Arzneimittel zu entwickeln (siehe Titelbeitrag in PZ 6/2024).

Durchbruch mit ChatGPT 4.0

Die heutige Leistungsfähigkeit der KI basiert auf umfangreichen Vorarbeiten zur Sprachverarbeitung und zu artifiziellen neuronalen Netzwerken (ANN). Diese Netzwerke orientieren sich an der Signalverarbeitung durch Neuronen. Künstliche Neuronen tauschen Daten aus und optimieren den Output durch Wichtung. Die Ergebnisse eines ANN können sich mit der Komplexität verbessern, die durch viele Neuronen in verschiedenen Schichten (»Layern«) erreicht wird, sowie durch effiziente Selbstoptimierung und qualitativ hochwertige Trainingsdaten.

Der besondere Achtungserfolg von OpenAI durch ChatGPT 4.0 im Jahr 2023 beruhte auf der Verwendung sehr, sehr vieler öffentlich zugänglicher Daten aus dem Internet. Google+, YouTube, Instagram, TikTok, Facebook, X (ex Twitter), LinkedIn, Wikipedia, viele weitere Foren und Buchprojekte wurden dazu genutzt, ohne explizit um Erlaubnis zu fragen. Dieses viel größere Trainingsset führte zu Ergebnissen, die frühere Arbeiten deutlich übertrafen.

Die Verarbeitung der großen Datenmengen erforderte erhebliche und gewagte Investitionen in Rechenleistung. Das gekonnte Marketing spielte ebenfalls eine wichtige Rolle im Gesamterfolg von ChatGPT 4.0.

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