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Brustkrebs
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Interdisziplinäre orale Therapie

Ambulante, orale Tumortherapien gewinnen zunehmend an Bedeutung und bieten eine Alternative zur intravenösen Chemotherapie. Sie erhöhen die Lebensqualität, da Patientinnen die Therapie oft zu Hause durchführen können. Voraussetzung dafür ist eine optimale Beratung und Begleitung durch Ärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte sowie deren Aus- und Weiterbildung. Wie diese Zusammenarbeit gelingen kann, ist hier am Beispiel des Mammakarzinoms dargestellt.
AutorKontaktUlrike Rulands
AutorKontaktRachel Würstlein
Datum 23.10.2025  08:00 Uhr

E-Health: digitale Unterstützung

Der zunehmende Bedarf an medizinischer Versorgung unterstreicht die Relevanz digitaler Unterstützungssysteme. In diesem Kontext gewinnen E-Health-Anwendungen zunehmend an Bedeutung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert E-Health als die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Gesundheitswesen. E-Health umfasst sämtliche IKT-gestützten Anwendungen zur elektronischen Erfassung, Verarbeitung und sicheren Übermittlung gesundheitsbezogener Informationen. Ziel ist es, die Versorgungskontinuität zu verbessern, die Kommunikation zwischen Behandelnden und Betroffenen zu erleichtern sowie Behandlungs- und Betreuungsprozesse effizient zu gestalten (14).

In der onkologischen Betreuung ermöglichen E-Health-Lösungen die strukturierte Erfassung von Nebenwirkungen, die Übertragung labor- oder therapiebezogener Daten sowie den direkten Austausch im multiprofessionellen Team. Darüber hinaus können Telefon- oder Videosprechstunden insbesondere bei Patientinnen in stabilen Behandlungen ergänzend zu Präsenzterminen eingesetzt werden.

Ein Beispiel für digitale Unterstützung ist »CANKADO« – eine App- beziehungsweise webbasierte Plattform (www.cankado.com), die zur interprofessionellen Begleitung und zum Empowerment von Patientinnen während einer oralen Tumortherapie eingesetzt werden kann. CANKADO ist ein digitales Patiententagebuch, das eine tägliche Dokumentation des Gesundheitszustands ermöglicht und über eine Erinnerungsfunktion zur Einnahme der Medikation verfügt. Darüber hinaus bietet es die Möglichkeit, Patientinnen mit ihrem medizinischen Behandlungsteam zu vernetzen, und trägt so aktiv zur strukturierten Vorbereitung ärztlicher Visiten bei. In der multizentrischen, randomisierten Phase-IV-Studie PreCycle konnte gezeigt werden, dass durch die Nutzung des Programms die Zeit bis zum Auftreten einer Verschlechterung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität signifikant verlängert und die Zahl der schwerwiegenden Ereignisse reduziert werden konnte (15).

Ein weiteres Beispiel für digitale Therapiebegleitung ist »PINK! Coach«, eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) in Form einer App, die auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte gelistet wurde und als Begleiter für Brustkrebspatientinnen zur Verfügung steht (www.pink-brustkrebs.de). Auch produktspezifische Apps wie »Sidekick« für das Medikament Abemaciclib werden angeboten.

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