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Diabetes mellitus

Insuline der Zukunft

Insulin nicht injizieren, sondern schlucken: Dieser Wunsch ist nicht neu und schon einiges wurde probiert. Dass orales Insulin auf den Markt kommt, ist zeitnah nicht realistisch. Allerdings konnte die Firma Novo Nordisk mit dem Insulin 338 zeigen, dass ein oral verabreichtes Basalinsulin bei Typ-2-­Diabetes funktioniert. Großes Problem ist jedoch die sehr geringe Bioverfügbarkeit, weshalb dieser Ansatz ökonomisch nicht sinnvoll war. Denn für die orale Therapie wird ein Vielfaches dessen benötigt, was injiziert werden müsste. Heise ist jedoch der Meinung, dass man die Erfolge mit diesem oralen Insulin als Ansatzpunkt nehmen kann, um Insuline mit einer besseren Bioverfügbarkeit zu entwickeln.

Wie orales Insulin sind auch Smart-Insuline, also glucosesensitive Insuline, die in Abhängigkeit von der Höhe des Blutzuckerspiegels wirken, eher etwas für übermorgen als für morgen. Prinzipiell müsste so ein Insulin so funktionieren, dass es an einen auf Zucker reagierenden Teil gebunden ist und freigesetzt wird, wenn der Zuckerwert eine bestimmte Schwelle übersteigt, und wieder bindet, wenn der Blutzuckerzielwert erreicht ist.

Was in der Theorie einfach und logisch klingt, ist in der Praxis sehr schwierig umzusetzen. Forscher haben bei der Entwicklung mehrere Herausforderungen zu meistern. Das betrifft etwa die Reaktionsgeschwindigkeit, die Insulinantwort in einem einigermaßen engen Blutzuckerzielbereich oder auch Fragen der Toxizität. Heise informierte, dass in einer kleinen Untersuchung mit einem Smart-Insulin gewisse glucosesensitive Elemente gefunden wurden, die aber noch zu schwach waren. Seine Prognose lautet folglich: »Auf ein klinisch einsetzbares glucosesensitives Insulin wird man noch sehr lange warten müssen.«

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