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Mit Sicherheit in die Zukunft

04.10.2004
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Deutscher Apothekertag 2004

Mit Sicherheit in die Zukunft

DownloadVom Deutschen Apothekertag, der Expopharm und dem OTC-Kongress berichten für Sie: Conny Becker, Thomas Bellartz, Christiane Berg, Brigitte M. Gensthaler, Kerstin A. Gräfe, Elke Hinkelbein (Fotos), Christina Hohmann, Hartmut Morck, Gerd Moser, Anke Pfleger und Daniel Rücker

Der Deutsche Apothekertag schaut nach vorn. Mit den Themen Arzneimittelsicherheit, Europa und Zukunftschancen haben die Delegierten die wesentlichen Entwicklungen in der Arzneimittelversorgung diskutiert. Dabei stand die sachliche und faire Auseinandersetzung im Mittelpunkt. Vom beginnenden Wahlkampf war wohltuend wenig zu spüren.

Auch aus Sicht von ABDA-Präsident Hans-Günter Friese war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Als besonders wichtig bezeichnete er die Ausführungen zur Arzneimittelsicherheit. Die intensive Diskussion belege, dass die Apotheker weiterhin der Fachmann für Arzneimittel sei.

Das Thema bekam durch den Rückruf von Vioxx eine aktuelle öffentliche Bedeutung. Der Apothekertag nahm dies auf und kritisierte in einer Resolution die Informationspolitik des Herstellers MSD, der erst die Börse und dann die Heilberufler informiert hatte. Die Apothekerschaft hält es für indiskutabel, dass die medizinisch-pharmazeutischen Fachleute die Informationen über Wirtschaftsmedien erhielten und ihre Patienten nicht ausreichend beraten konnten.

Weitere Schlaglichter der Hauptversammlung waren die Beratungen über die europäische Harmonisierung der Universitätsausbildung und die Rede von Staatssekretär Klaus Theo Schröder. Eine klare Absage erteilte der Apothekertag der Umgestaltung der Ausbildung in Bachelor- und Masterstudiengänge. Stattdessen sollte an dem Abschluss Staatsexamen festgehalten werden.

Staatssekretär Schröder überbrachte den Apothekern eine Botschaft, die zumindest mittelfristig beruhigt. Die Bundesregierung entwickele keinerlei Aktivitäten, das Fremdbesitzverbot für Apotheken aufzuheben. Er relativierte damit Aussagen von Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Grünen-Gesundheitsexpertin Biggi Bender, die sich für die Erlaubnis von Apothekenketten stark gemacht haben.

Heftigen Protest erntete Schröder dagegen für seine Behauptung, die Apotheker blockierten gemeinsam mit den anderen Leistungserbringern die Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte. ABDA-Geschäftsführer Dr. Frank Diener stellte hierbei eindeutig klar, dass die Verzögerungen in den Verhandlungen der gemeinsamen Projektgruppe protego in erster Linie auf die Krankenkassen zurückzuführen sind.

Friese betonte in seinem Abschlussstatement auch die Notwendigkeit der in der Hauptversammlung geführten innerverbandlichen Diskussion. Diese müsse nun mit Offenheit fortgeführt werden. Gleichzeitig warnte er aber auch die Delegierten davor, sich zu lange mit Interna zu beschäftigen und dabei die dringend gebotene öffentliche politische Arbeit zu vernachlässigen.

 

Weitere Berichte:

  • Jetzt erst rechtlDie deutschen Apotheker trotzen den für sie einschneidenden Veränderungen im Gesundheitswesen mit einer zusätzlichen pharmazeutischen Offensive, sagte ABDA-Präsident Hans-Günter Friese bei der Eröffnung des Deutschen Apothekertags in München. lKommentar: Verantwortung übernehmen
  • Ministerin Stewens voll des Lobesl Ihr Grußwort war Balsam für die Apothekerseele: Die bayerische Sozialministerin Christa Stewens lobte die Leistungen der Apotheker aus vollem Herzen. Die hoch qualifizierte Arbeit für kranke Menschen sei unverzichtbar.
  • Vom Untertan zum BürgerlNicht zuletzt angesichts der Nähe zum Tag der Deutschen Einheit ließ Dr. Joachim Gauck, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR von 1990 bis 2000, vierzehn Jahre Wiedervereinigung Revue passieren.
  • Lob und TadellViele warme Worte, etwas Kritik und ein Versprechen hatte Staatssekretär Klaus-Theo Schröder für die Delegierten der Hauptversammlung im Gepäck. Der Applaus hielt sich in Grenzen. lKommentar: Falsche Ebene
  • Neuer Ärger um GesundheitskartelÜber die Ausgestaltung der Gesundheitskarte ist neuer Streit aufgekommen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat sich enttäuscht darüber geäußert, dass Ärzte, Apotheker und Kassen angeblich den Zeitplan für die Elektronische Gesundheitskarte nicht einhalten wollen. lKommentar: Geisterfahrer
  • Der Reformprozess wird weitergehenlDas GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) ist nur eine Zwischenstation. Schon 2005 müsse die „Jahrhundertreform wieder reformiert werden“, sagte Professor Dr. Rainer Braun in seinem Geschäftsbericht zum Apothekertag 2004 in München. lKommentar: Uneins
  • Bachelor und Master unerwünschtlMit großer Mehrheit hat die Hauptversammlung im Arbeitskreis 1 „Zukunftschancen der Apotheker“ die Wissenschaftsminister der Länder aufgefordert, in der Pharmazie wie auch bei den übrigen reglementierten Berufen auf die Einführung von Bachelor-Master-Studiengängen zu verzichten und am einheitlichen Staatsexamensstudiengang festzuhalten.l Kommentar: Keine Barfuß-Apotheker
  • Rechtssicherheit in der ArzneimittelversorgunglEndlich Rechtssicherheit für eine verantwortungsvolle Arzneimittelversorgung – so lautete die Forderung der Hauptversammlung des Arbeitskreises 2 »Die Apotheke im neuen Europa«.l Kommentar: Weil die Regierung es will
  • Fälschungen keine Chance lassenl Eine sichere Arzneimittelversorgung ist die Kernaufgabe der Apothekerschaft. Darin waren sich die Delegierten der Hauptversammlung im Arbeitskreis 3 »Sichere Arzneimittelversorgung« einig.l Kommentar: Keine hundertprozentige Sicherheit
  • Mehr als 22.600 Besucher kamen zur ExpopharmlDie Expopharm 2004 war auch in diesem Jahr die wichtigste Standortbestimmung für die deutsche und europäische Pharma- und Apothekenbranche.
  • Keller: OTC-Ausgrenzung war ein FehlerlDer Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Hermann S. Keller, hat die Politik aufgefordert, endlich verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
  • OTC-Kongress: Beratung der Apotheker wichtiger denn jelAuch wenn die Ausgrenzung von OTC-Arzneimitteln gesundheitspolitisch falsch ist – für Apotheker bietet sie neue Möglichkeiten.
  • PZ-Innovationspreis für BortezomiblSeit zehn Jahren verleiht die Pharmazeutische Zeitung den Innovationspreis für einen herausragenden neuen Arzneistoff. In diesem Jahr ging der Preis an das Zytostatikum Bortezomib (Velcade® Infusion). lKommentar: Vielversprechend
  • Apotheken Marketing Preis: Die Stunde der SiegerlKulisse und Inszenierung waren filmreif – das passende Ambiente für eine würdige Verleihung der Apotheken-Marketing-Preise 2004.
  • Vioxx: Hersteller verärgert HeilberuflerlZeitgleich zum Apothekertag musste der Pharmakonzern Merck & Co. eine schmerzliche Entscheidung verkünden.

 

Außerdem in der Druckausgabe:
Irritationen beim Timing lGastkommentar
Gute Entscheidung lKommentar
Zwischen neidisch und verlässlich
Der Zwang zum Dialog lKommentar
Auf Wiedersehen bei der Expopharm in Köln 2005
Gewinner sind die Marken-Präparate
Der richtige Weg lKommentar
DAV-Selbsthilfeforum: Patienten in Not
Schätzwerte gefragt
Zeit der pragmatischen Umsetzung lGastkommentar
Beschlüsse der Hauptversammlung

 

Download
  • Hans-Günter Friese
    Grundsatzrede des Präsidenten der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und der Apothekerkammer Westfalen-Lippe in der öffentlichen Veranstaltung des Deutschen Apothekertages (pdf-Datei; 329 KB)
  • Professor Dr. Rainer Braun
    Hauptgeschäftsführer der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, der Bundesapothekerkammer und des Deutschen Apothekerverbandes e. V. in der Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker (pdf-Datei; 540 KB)

 

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