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SARS-CoV-2

Inaktivierter Virus-Impfstoff schützt im Tierversuch

Ein chinesisches Forscherteam hat eine inaktivierte Virus-Vakzine gegen SARS-CoV-2 entwickelt. Die Ergebnisse aus Tierversuchen sind viel versprechend, heißt es in einer Preprint-Studie.
Christina Hohmann-Jeddi
27.04.2020
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Einen klassischen Impfstoff aus hochaufgereinigten inaktivierten SARS-CoV-2-Viren haben Forscher um Qiang Gao von der Herstellerfirma Sinovac aus Peking entwickelt und in verschiedenen Tiermodellen getestet. Die Vakzine rief eine starke Bildung neutralisierender Antikörper gegen das Pandemievirus bei Mäusen, Ratten und Primaten hervor, berichten die Forscher in einer Publikation auf dem Preprint-Server »BioRxiv«.

Die Antikörper konnten in vitro zehn repräsentative Stämme von SARS-CoV-2 neutralisieren, was eine breite Wirkung gegen den Erreger andeutet. An Rhesusaffen wurde auch untersucht, wie gut die Immunantwort in vivo vor einer Infektion schützt. Hierfür immunisierten die Forscher jeweils vier Tiere dreimal (an Tag 0, 7 und 14) entweder mit 3 µg oder mit 6 µg Antigen. Nach drei Wochen setzten sie die geimpften und vier ungeimpfte Kontrolltiere einer hohen Dosis infektiöser SARS-CoV-2-Viren aus. Während alle Kontrolltiere eine hohe Viruslast und starke Pneumonie zeigten, waren alle geimpften Affen geschützt. In der niedrigeren Dosisgruppe war zwar vorübergehend Virusreplikation nachweisbar, aber keines der Tiere erkrankte.

Den Ergebnissen der klinischen, hämatologischen und histopathologischen Untersuchung der geimpften Tiere zufolge ist die Vakzine sicher. Hinweise auf eine Verstärkung der Erkrankung durch die Immunantwort, wie sie bei manchen Impfstoffkandidaten mit inaktivierten Viren gegen das eng verwandte SARS-Coronavirus von 2002/2003 aufgetreten war, fanden die Forscher nicht.

Derzeit listete die Weltgesundheitsorganisation sieben klinische Studien mit Impfstoffkandidaten. Zwei chinesische Untersuchungen testen die Wirkung von inaktivierten Virus-Vakzinen, die zu den einfachsten Impfstoffen gehören. In den anderen Studien werden modernere Impfstofftechnologien getestet, zwei befassen sich mit viralen Vektoren, eine mit DNA-Vakzinen und zwei mit RNA-Impfstoffplattformen. Zu Letzteren zählt auch die vergangene Woche vom Paul-Ehrlich-Institut genehmigte Phase-I/II-Studie mit Kandidaten des Mainzer Unternehmens BioNTech, die noch im April starten soll.

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