| Melanie Höhn |
| 23.09.2026 15:46 Uhr |
Die Botschaft an Innovatoren sei unmissverständlich: »Europa weiß eure Arbeit nicht zu schätzen«, hieß es weiter. »Unsere heutigen Entscheidungen haben Auswirkungen, die weit in die Zukunft reichen. Bis ein einziges innovatives Medikament den Patienten erreicht, vergehen mehr als zehn Jahre, und es sind Investitionen von rund 3 Milliarden Euro mit ungewissem Ausgang erforderlich; von 10.000 im Labor synthetisierten Wirkstoffkandidaten schaffen es oft nur ein oder zwei zur Marktreife.« Nur wenige Branchen seien mit vergleichbaren Risiken über einen so langen Zeitraum konfrontiert. Ein solches Engagement setze einen Markt voraus, der es auch entsprechend belohnt.
Die klare Botschaft des Briefs: »Ein Kurswechsel wird immer dringlicher. Die politischen Entscheidungsträger in Europa müssen die Gefahr erkennen. Die EU kann hier eine fördernde Rolle spielen, indem sie klinische Studien beschleunigt, geistiges Eigentum schützt und eine sinnvolle Digitalpolitik verfolgt.« Entscheidend sei zudem, dass die EU den Mitgliedstaaten, die in Gesundheit und innovative Medikamente investieren, fiskalischen Spielraum einräume – in Anerkennung der Tatsache, dass es Zeit brauche, bis sich diese Investitionen auszahlen.
Doch Maßnahmen auf EU-Ebene allein würden nicht ausreichen. Die entscheidenden Weichenstellungen lägen bei den nationalen Regierungen: Es gehe darum, wie viel in Gesundheitsbudgets investiert wird, wie schnell neue Medikamente bewertet und finanziert werden und wie das Gesundheitswesen modernisiert werden kann, um Krankheiten besser vorzubeugen und wirksamer zu behandeln. »Wir rufen die nationalen Entscheidungsträger dazu auf, gemeinsam mit uns den Rückgang der europäischen Wettbewerbsfähigkeit umzukehren, eine neue Ära medizinischer Innovationen einzuleiten und die gesundheitspolitische Souveränität zu sichern.«