| Alexandra Amanatidou |
| 01.10.2026 18:15 Uhr |
Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Europäischen Union kamen in der irischen Hauptstadt Dublin gestern und heute zu einem informellen Treffen zusammen. / © European Union
In einem gemeinsamen Statement äußerten sich die irische Gesundheitsministerin Jennifer Carroll MacNeill und der EU-Kommissar für Gesundheit, Oliver Várhelyi, zu den Prioritäten der EU. Zu diesen zählen die Medical Device Regulation (MDR) zur Sicherheit, Leistung und Marktzulassung von Medizinprodukten sowie der EU-Biotech-Act zur Stärkung von Forschung, klinischen Studien und Produktion im Bereich der Biotechnologie.
Beide Themen gehören nicht nur zu den europäischen Prioritäten, sondern auch zu den Prioritäten des irischen EU-Ratsvorsitzes. Irland hat vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2026 die Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union inne.
Auf der europäischen Agenda stehen jedoch auch Innovation und Prävention an erster Stelle. »Es ist ganz klar, dass wir nach wie vor über weltklassige Wissenschaft, das richtige Fachwissen und die industriellen Kapazitäten verfügen – insbesondere in der Pharma- und Gesundheitsbranche in Europa«, betonte Várhelyi in seiner Rede. Doch Europa stünde vor globalen Herausforderungen. »Deshalb müssen wir jetzt darüber nachdenken, wie unsere Strategie für die Zukunft aussehen soll, wenn wir in diesem Bereich führend sein wollen. Und dazu sind wir durchaus in der Lage.«
Im Vergleich zu den USA oder China liege Europa im Wettbewerb um neue Medikamente und Forschung »deutlich« zurück. »Nur durch Innovation können wir erfolgreich sein und das Gesundheitssystem der EU neu gestalten«, so sein Appell.
Er lobte den EU-Biotech-Act, durch den Investitionen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro in die Biotechnologie fließen sollen. Zusätzlich sollen sieben Milliarden Euro von Privatinvestoren in der Branche investiert werden. »Das liegt daran, dass wir das Thema auf die Agenda gesetzt haben«, so Várhelyi. Doch es reiche nicht aus, nur zu regulieren, die EU müsse auch die richtige Umgebung für Investitionen schaffen.
»Wenn wir wollen, dass Europa wettbewerbsfähig und attraktiv bleibt, damit die besten Therapien hier entwickelt und getestet werden, dann müssen wir die Umsetzung beschleunigen«, sagte Várhelyi. Schnelligkeit, Einfachheit und Vorhersehbarkeit seien die drei Vorteile, die Europa im Vergleich zu anderen Regionen der Welt bieten könne.
Auch im Bereich Prävention und Resilienz sei eine neue Strategie erforderlich, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Er plädierte für bessere Vorsorgeuntersuchungen und neue Möglichkeiten der personalisierten Prävention.