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Apotheken in den USA

Impfungen kurbeln Verkauf an

Weil in der Pandemie immer weniger Kunden in die Apotheken vor Ort kommen, ist der Umsatz eingebrochen. Seit die US-Pharmazeuten impfen, boomt das Geschäft aber wieder, wie die US-Nachrichtenseite Axios berichtet.
Jennifer Evans
03.05.2021  17:00 Uhr

Den positiven Nebeneffekt von Covid-19-Impfungen in der Offizin, wie sie in den USA bereits erlaubt sind, sollten Apotheker nicht außer Acht lassen: Das Angebot ist nämlich gut fürs Geschäft. Das haben zumindest Apothekenketten in den USA nach den finanziellen Einbußen der vergangenen Monate beobachtet. Wie in Deutschland auch waren aufgrund der Lockdowns immer weniger Kunden in die Präsenzapotheken gekommen, viele bestellten ihre Arzneimittel stattdessen bei Online-Händlern im Netz.

Doch die 15 Minuten Wartezeit, die Patienten nach einer Impfung noch vor Ort abwarten müssen, zahlen sich aus. Diese Zeit nutzen sie nämlich, um sich das Sortiment in der Apotheke anzusehen. Und von diesem Effekt könnten sogar schon bald viele weitere Apotheken in den Vereinigten Staaten profitieren. Denn US-Präsident Joe Biden hat der Nachrichten-Webseite »Axios« zufolge angekündigt, die Zahl der Apotheken zu erweitern, die für die Impfstoffversorgung im Land in Frage kommen. Demnach sollen bis Ende des Monats 40.000 der insgesamt 57.000 Apotheken gegen Covid-19 impfen dürfen. Auch das Honorar will Biden offenbar anheben. Derzeit ist von 40 US-Dollar (gut 33 Euro) pro Dosis die Rede. Aktuell bekommen die Apotheken 28 Dollar für die erste und noch einmal 16 Dollar für die zweite Impfung.

Die Apothekenkette Walgreens zum Beispiel geht auf jeden Fall von einem Kundenplus aus, sobald in all ihren Filialen Impfungen stattfinden dürfen. Die Unternehmensleitung hat dem »Axios«-Bericht zufolge vor, mehr über die wartenden Kunden zu erfahren und deren Kaufverhalten auszuwerten. Bislang hat das Unternehmen demnach schon 8 Millionen Dosen verimpft. Der Konkurrent CVS nennt eine Zahl von 10 Millionen bereits verabreichter Impfungen und betont, künftig sogar bis zu 25 Millionen pro Monat schaffen zu können. Und die Kette Rite Aid hat laut »Axios« seit Anfang April 2021 mehr als 1 Millionen Patienten eine Spritze gegen das Coronavirus gegeben.

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