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Mehrfach-Impfung
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Impfarm wechseln oder zweimal in denselben Arm piksen lassen?

In der Regel darf man sich aussuchen, in welchen Arm man sich eine Impfung geben lässt. Eine Studie aus dem Saarland deutet darauf hin, dass es schlau sein könnte, bei Mehrfach-Impfungen besser noch einmal denselben Arm frei zu machen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 15.08.2023  13:00 Uhr

Antikörper »machen besseren Job«

»Die Zahl der Antikörper hingegen war nicht höher«, ergänzt Seniorautorin Sester. »Interessant ist jedoch, dass die Antikörper bei den ipsilateral Geimpften das Spike-Protein des Virus stärker abgefangen haben.« In der Pressemitteilung zur Studie heißt es, die Antikörper machten bei den »einseitig« Geimpften denselben Job effektiver als ihre Kollegen im Körper derjenigen, die die Impfung in beide Arme bekommen haben.

Insgesamt werten die Forscherinnen ihre Ergebnisse als Hinweise darauf, »dass die ipsilaterale Impfung durchaus besseren Schutz generieren kann als die contralaterale Impfung«. Allerdings gelten die Aussagen nur für die Covid-19-Impfung mit Comirnaty® und müssen noch von unabhängigen Forschergruppen reproduziert werden, möglichst mit einer größeren Probandenzahl sowie einem anderen Impfstoff, ob gegen Covid-19 oder andere Erreger. Auch ist unklar, ob die Ergebnisse nur für die Grundimmunisierung gilt, die recht kurz hintereinander erfolgt (bei Comirnaty nach drei Wochen) oder auch für eine Auffrischimpfung (Booster) nach mehreren Monaten oder gar Jahren.

Erhält man dagegen zwei verschiedene Impfungen gleichzeitig, zum Beispiel gegen Covid-19 und Influenza, empfiehlt die Ständige Impfkommission derzeit, diese in unterschiedliche Gliedmaßen zu applizieren. Die Universität des Saarlandes konnte außerdem relativ früh zeigen, dass bei einer homologen Covid-19-Impfung (in dem Falle erst Vaxzevria® von Astra-Zeneca, Zweitimpfung mit Comirnaty®) die Immunantwort stärker ausfällt.

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