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Geplante Honorarkürzung

Immer mehr Apotheken erwägen Ausstieg aus Testbetrieb 

Nachgefragt etwa beim Apothekerverband Westfalen-Lippe, heißt es, man rechne damit, dass im Juli die Zahl der testenden Apotheken im AVWL-Gebiet »rapide« sinken werde. Es sei auffällig, dass sich in letzter Zeit Anrufe von Apothekerinnen und Apothekern häuften, die sich danach erkundigten, was bei einem Austritt aus dem Testangebot zu beachten sei. Einige Apotheken in der Region hätten den Testbetrieb bereits eingestellt, zumal die Nachfrage nach Bürgertestungen zuletzt zurückgegangen sei, heißt es vom Verband. Wirtschaftlich sinnvoll sei das Angebot angesichts der geplanten Neuregelungen wohl nur noch in Ballungsgebieten. »Die Versorgung gerade im ländlichen Bereich sehen wir dadurch als akut gefährdet an« – zumal wohl davon auszugehen sei, dass einmal geschlossene Teststellen auch bei einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen nicht reaktiviert würden.

Auch die Kammer Nordrhein kritisierte Spahns Rückzieher. Es könne nicht sein, »dass wieder einmal mitten im Spiel die Regeln geändert werden«, erklärte Kammerpräsident Armin Hoffmann auf Anfrage der PZ.  Bei der Versorgung vulnerabler Gruppen mit FFP2-Masken sei zuletzt ebenso verfahren worden. »Die Apothekerinnen und Apotheker leisten mit ihren Teams großartige Arbeit während der Pandemie. Wir erwarten von der Politik, dass sie dauerhaft für Planungssicherheit in der Krise sorgt und nicht ständig für neue Rahmenbedingungen sorgt«, so Hoffmann.

Wenn es nach einem gut vernetzten Apothekeninhaber aus dem Raum Aachen geht, sollten nach Spahns »erneutem Sprung ins Kreuz« nun alle Apotheken ihr Testangebot einstellen. »Der Minister betrachtet uns offenbar als nützliche Idioten«, sagte der Pharmazeut, der als so genannter Vertrauensapotheker intensiven Kontakt zu seinen Kollegen in der Region pflegt, im Gespräch mit der PZ. »Das Ganze hat ein Geschmäckle.« Bei den Honoraren gehe es ihm gar nicht mal um die eigentliche Höhe, sondern um »Spahns Art und Weise«, so der Apotheker. »Erst etwas anzukündigen, es dann schlecht zu planen und als Gesetz schlampig zu formulieren und dann auch noch einen Rückzieher zu machen, ist alles andere als ok.« Er kritisierte, dass die Politik der Apothekerschaft immer mehr Aufgaben aufbürde, wohl wissend, dass sie »an der Grenze des Machbaren arbeite«, sagte der Apotheker. »Aber sie setzt immer noch einen drauf, weil sie um unser Verpflichtungsgefühl weiß.«  Apothekenteams könnten ja nicht streiken wie zum Beispiel Bahn-Mitarbeitende. »Daran hindert uns allein schon unser Verantwortungsgefühl gegenüber unseren Patienten. Das nutzt die Politik aus.«

 

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