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Tipps bei Diarrhö

Hochsaison für Durchfallerreger

Wenn es um eine Selbstbehandlung bei Durchfall geht, könnten zudem klassische Hausmittel wie geriebener Apfel oder Karottensuppe symptomlindernd sein. Das Apfelpektin binde überschüssiges Wasser und wirke sich festigend auf den Stuhl aus. Die Oligogalakturonsäuren wiederum, die in Karotten enthalten sind, binden Bakterien, die sich dann nicht mehr so zahlreich an die Darmzellen anheften können.

Wohltuend und unterstützend könnten auch Odermeningkraut-, Brombeerblätter- oder Schwarztee wirken. Flohsamenschalen seien bei Durchfall ebenfalls empfehlenswert, da diese bei Kontakt mit Flüssigkeit aufquellen und somit gleichermaßen überschüssiges Wasser binden. Der Stuhl wird wieder fester. Uzarawurzel als Saft aus der Apotheke sei bereits für Kinder ab zwei Jahren zugelassen.

Lebensmittelhygiene steht an erster Stelle

Stichwort „Lebensmittel“: Können sich Salmonellen spielend leicht gerade auf (insbesondere ungekühltem) Fleisch oder Geflügel vermehren, so müsse beides grundsätzlich sowie am besten bei einer Kerntemperatur von mindestens 70 Grad Celsius für zehn Minuten durchgegart werden. Ein idealer Nährboden für Salmonellen sei Hackfleisch. Hier müsse unbedingt auf die Kühlkette geachtet werden. Noch besser, so die Kammer, sei es, das Mettbrötchen um diese Jahreszeit »ausfallen« zu lassen. Gerade kleine Kinder, Schwangere, Senioren oder immunsupprimierte Menschen sollten grundsätzlich auf rohes Fleisch wie Mett oder Teewurst verzichten. Rohmilch solle vor dem Verzehr gekocht, Obst vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden.

Leitungswasser für Getränke oder Eiswürfel sollte so lange laufen, bis es kühl aus dem Wasserhahn kommt. Arbeitsplatten, die mit rohem Fleisch in Berührung gekommen sind, dürfen nicht zum Schneiden von Salat oder Obst verwendet werden. Eine gute Handhygiene durch gründliches, langes Händewaschen insbesondere vor und nach der Fleischzubereitung und natürlich auch nach dem Toilettengang sei unumgänglich.

Kommt es neben dem Durchfall zu Fieber über 39 Grad Celsius beziehungsweise halten die Beschwerden länger als drei Tage an oder gehen diese mit kolikartigen Krämpfen oder Blutungen einher, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Das, so die Kammer abschließend, gilt insbesondere für Senioren, Säuglinge und Kinder, die bei Durchfall besonders schnell Gefahr laufen, zu dehydrieren.

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