| Theo Dingermann |
| 20.04.2020 12:34 Uhr |
Interessanterweise zeigten die Kardiomyozyten der Patienten, die mit ACE-Hemmern behandelt wurden, eine signifikant höhere ACE2-Expression im Vergleich zu Patienten, die ARBs verordnet bekommen hatten. Darüber hinaus ließ sich bei Patienten, die ACE-Hemmer einnahmen, ein Ungleichgewicht der ACE- zu ACE2-Expression nachweisen. Bei Herz-Patienten war das ACE/ACE2-Verhältnis um mehr als vierfach erhöht im Vergleich zu gesunden Kontrollzellen.
So konnten diese Untersuchungen erstmals die Hypothese beweisen, dass Herzzellen von Patienten, die mit ACE-Hemmern behandelt wurden, eine signifikant höhere ACE2-Expression aufweisen als Herzzellen gesunder Kontrollen.
Diese Daten legen nahe, dass es nicht nur wichtig ist, SARS-CoV-2-Infizierte hinsichtlich kardiovaskulärer Komplikationen zu überwachen, sondern insbesondere den Einfluss von ACE2-Hemmern und ARBs auf den Krankheitsverlauf von Covid-19 weiter zu untersuchen.
Die Studienergebnisse ändern jedoch nichts an der Empfehlung der kardiologischen Fachgesellschaften, dass Herz-Kreislauf-Patienten ihre ACE-Hemmer oder Sartane aus Angst vor Covid-19 nicht eigenmächtig absetzen sollen. Weiterhin gilt das Nutzen-Risiko-Profil als positiv.