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Mebufotenin
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Gute Daten für Psychedelikum als Nasenspray

Eine Hürde auf dem Weg in die klinische Anwendung von Psychedelika bei Depressionen ist, dass Patienten nach der Gabe ziemlich lange nachbeobachtet werden müssen. Das gilt jedoch nicht für die intranasale Gabe des kurz wirksamen Psychedelikums Mebufotenin, wie Phase-II-Daten zeigen.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 26.10.2026  18:00 Uhr

Psychedelika könnten ein neuer Ansatz zur Behandlung der therapieresistenten Depression und anderer psychischer Erkrankungen werden. Die bewusstseinserweiternden Substanzen weisen jedoch einige Besonderheiten auf, die eine klinische Prüfung erschweren. Deshalb ist trotz einiger positiver Studienergebnisse bislang auch noch kein klassisches Psychedelikum als Arzneimittel zugelassen worden.

Eine Schwierigkeit ist die Wirkdauer. So müssen Patienten etwa nach der Anwendung von Psilocybin oder Lysergsäurediethylamid (LSD) vier bis zwölf Stunden in der Klinik nachbeobachtet werden. Anders sieht das bei Mebufotenin aus, einem Psychedelikum, das in bestimmten Krötengiften vorkommt. Eine Gruppe um Dr. David Feifel vom Kadima Neuropsychiatry Institute in La Jolla, Kalifornien, stellt die Substanz jetzt im Fachjournal »JAMA« vor.

Mebufoteninbenzoat ist ein Agonist an 5-HT1A- und 5-HT2A-Rezeptoren, dessen Anwendung eine relativ kurz währende psychedelische Erfahrung hervorruft. Nach intranasaler Applikation flutet Mebufotenin schnell an und wieder ab; der maximale Effekt wird innerhalb von 8 bis 15 Minuten erreicht und nach 45 bis 60 Minuten ist die Wirkung abgeklungen. In einer offenen Studie habe die Anwendung einer Einzeldosis von 10 mg Mebufotenin als Nasenspray bei Patienten mit therapieresistenter Depression einen schnell einsetzenden und über drei Monate anhaltenden antidepressiven Effekt gezeigt, berichten die Autoren. Das Sicherheitsprofil sei akzeptabel gewesen.

Signifikante und anhaltende Vorteile

Im Rahmen einer randomisierten, doppelblinden Phase-IIb-Studie wurde Mebufotenin nun erneut an Patienten mit therapieresistenter Depression getestet. Nach dem Absetzen ihrer antidepressiven Medikation und einer Auswaschphase erhielten die 193 Teilnehmenden unter psychologischer Betreuung einmalig entweder 8 mg, 12 mg oder 0,3 mg Mebufotenin intranasal. Die Patienten, die die niedrigste Dosis erhielten, bildeten die Kontrollgruppe.

Der primäre Endpunkt war der Unterschied in der Veränderung auf der Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale (MADRS) vom Ausgangswert bis Tag 29 zwischen der 12-mg- und der Kontrollgruppe. Die MADRS ist eine Skala von 0 bis 60, auf der höhere Werte schwerere Depressionen bedeuten.

Es zeigte sich ein signifikanter Vorteil für Mebufotenin: An Tag 29 war der MADRS-Wert in der 12-mg-Gruppe durchschnittlich um 11,1 Punkte und in der Kontrollgruppe um 5,5 Punkte gesunken. In der 8-mg-Gruppe war der Unterschied zur Kontrollgruppe mit −12,5 versus −6,2 Punkten sogar noch größer. Eine signifikante Überlegenheit der wirksamen Dosen des Psychedelikums gegenüber der Minidosis zeigte sich durchgehend in allen Wirksamkeitsparametern, darunter die Ansprechraten von Tag 2 bis Tag 57 sowie die Remissionsraten.

Nach zwei Stunden entlassfähig

Die Untersuchung bestätigte zudem, dass die Wirkung von Mebufotenin schnell wieder abklang: Ein Großteil der Patienten war zwei Stunden nach der Anwendung entlassfähig (85 Prozent der 8-mg-Gruppe und 78 Prozent der 12-mg-Gruppe). Nebenwirkungen der Therapie gaben 76 Prozent der Patienten in der 8-mg-Gruppe, 85 Prozent in der 12-mg-Gruppe und 73 Prozent in der Kontrollgruppe an. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Schwindel und Schmerzen an der Applikationsstelle; sie waren nahezu alle leicht bis mittelschwer und klangen innerhalb von 24 Stunden wieder ab.

In einem begleitenden Editorial weist Dr. Chittaranjan Andrade vom National Institute of Mental Health and Neurosciences in Bangalore, Indien, darauf hin, dass sich Mebufotenin in einer früheren Studie bereits als wirksam bei postpartaler Depression erwiesen habe. In beiden Indikationen sei jedoch die Evidenz für Mebufotenin noch sehr begrenzt. Ob die Substanz schließlich zugelassen werde und wie sie im Vergleich zu anderen schnell wirksamen Therapieoptionen wie Esketamin abschneide, bleibe abzuwarten.

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