| Cornelia Dölger |
| 12.05.2026 14:26 Uhr |
Bezeichnend ist für die Gutachter, dass die EU-Kommission selbst ein Vollzugsdefizit bei der Qualitätssicherung einräume – wenn auch eher zwischen den Zeilen. Denn wenn die Brüsseler Behörde in ihrer Stellungnahme die Befürchtung äußere, dass mit den verschärften Vorgaben die bisherigen Standardlieferungen nicht aufrechterhalten werden könnten, offenbare sie ja, dass die Standards aktuell de facto unterlaufen würden.
Hier sieht der Phagro-Vorsitzende Marcus Freitag die Bundesregierung am Zug. Die EU-Kommission gewichte die wirtschaftlichen Interessen von Marktteilnehmern höher als den Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger. Denn sie wisse offenkundig, dass die Standards von Versendern und deren Logistikdienstleistern nicht eingehalten werden. »Sie zielt darauf ab, Kontrollmöglichkeiten zu unterbinden, damit alles beim Alten bleibt. Die Bundesregierung muss das verhindern«, so Freitag.
Versender und Logistiker müssten der Arzneimittelüberwachung der Länder unterliegen, fordert der Phagro. Zuständige Behörden müssten Lagerung und Transport kontrollieren können. Der Verband warnt davor, die strengeren Auflagen aufzuweichen oder die Logistiker wieder herauszunehmen. »Damit würde ein gefährliches Schlupfloch entstehen, das den Schutz der Bevölkerung untergräbt.«