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Migräne-Prophylaxe

Grünes Licht für dritten Antikörper

Der Ausschuss für Humanarzneimittel CHMP der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat die Zulassung des Antikörpers Fremanezumab zur Prävention von Migräne empfohlen. Damit könnte Ajovy® von Teva nach Erenumab und dem zugelassenen, aber noch nicht verfügbaren Galcanezumab der dritte im Bunde in dieser Indikation werden.
Kerstin Gräfe
01.02.2019  14:58 Uhr

Fremanezumab ist ein weiterer, der in den Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP)-Signalweg eingreift. Während Erenumab (Aimovig®) den CGRP-Rezeptor blockiert, bindet Fremanezumab wie auch Galcanezumab (Emgality®) direkt an das Neuropeptid. Durch Bindung an CGRP kann dieses nicht mehr mit dem dazugehörigen Rezeptor interagieren. CGRP spielt im pathophysiologischen Geschehen der Migräne eine maßgebliche Rolle. Für die CGRP-These spricht, dass Injektionen des Neuropeptids bei Migränikern Anfälle auslösen können.

Das zukünftige Anwendungsgebiet ist identisch mit dem der beiden bereits zugelassenen Antikörper: Fremanezumab ist indiziert zur Migräne-Prophylaxe für erwachsene Patienten, die an mindestens vier Tagen im Monat unter Migräne leiden. Das Präparat soll als 225-mg-Lösung auf den Markt kommen, die einmal monatlich subkutan gespritzt wird.

Der CHMP sprach sich darüber hinaus für eine Zulassung des neuen Kinasehemmer Dacomitinib (Vizimpro®) aus. Indiziert ist er zur Behandlung von lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligen Lungenzellkarzinom (NSCLC) mit Mutationen, die den Epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) aktivieren.


 

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