| Alexandra Amanatidou |
| 06.03.2026 11:56 Uhr |
Zum 2015 in Kraft getretenen Präventionsgesetz sagte Reimann: »Das war ein Meilenstein und hat auch Verhältnisprävention ermöglicht. Gesundheit muss stärker gefördert werden. Es wäre gut, wenn eine gesundheitsfördernde Umgebung Teil des Präventionsgesetzes würde.« Auch Dittmar bezeichnete das Gesetz als Meilenstein. »Vorsorge- und Screening-Untersuchungen könnten eventuell auch verpflichtend werden und nicht auf Freiwilligkeit basieren«, stellte sich die SPD-Politikerin eine weitere Maßnahme vor.
»Im Rahmen des neuen Präventionsgesetzes, das wir gestalten, müssen wir auch Dinge hinterfragen, die zwar gut angestoßen wurden, evaluiert wurden, aber bei denen das Geld noch nicht da ist, wo es hin soll«, sagte Borchardt. Sie sieht auch die Notwendigkeit, bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein dafür zu erzeugen, sich mehr zu bewegen und sich besser zu ernähren. »Das kann nicht nur das BMG alleine machen, wir brauchen auch andere Akteure, die uns dabei unterstützen.«
»Das Präventionsgesetz muss reformiert werden, weil wir jetzt zu wenig auf die Settings eingehen. Wir fördern zu viele Kurse ohne Evidenzbasis«, sagte Kappert-Gonther. Es sei nicht realistisch, das Präventionsgesetz viel größer zu machen. »Was wir aber machen können, wäre ein Gesundheitscheck für alle Gesetze. Man könnte zum Beispiel überprüfen, was ein Tempolimit oder die Förderung von Fahrrad- und Fußverkehr bringen würde. Das wäre ein Game Changer«, sagte die Grünen-Politikerin. Laut Ökonomen der Universität Passau würde ein Tempolimit weniger Luftverschmutzung, weniger Verkehrstote und eine geringere Lärmbelastung bedeuten und somit auch Auswirkungen auf die Gesundheit haben.