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Zöliakie
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Glutenfrei leben – worauf Betroffene achten müssen

Strikt glutenfrei essen – das ist für Zöliakie-Betroffene unerlässlich. Was hinter der Erkrankung steckt, wie Symptome aussehen und was beim Umgang mit Lebensmitteln zu beachten ist.
AutorKontaktdpa
Datum 15.05.2026  14:00 Uhr

Was sind Symptome der Zöliakie?

Typische Anzeichen der Zöliakie sind etwa Durchfall, Gewichtsverlust und Müdigkeit. Aber auch Beschwerden wie Verstopfung, Bauchschmerzen und Blähungen können auftreten. Außerdem ist Eisenmangel ein häufiges Merkmal. »Dadurch, dass diese Zotten abgebaut sind, wird das Eisen nicht mehr richtig aufgenommen«, erklärt Terjung. Auch veränderte Leber- oder Bauchspeicheldrüsen-Werte können vorkommen. »Da gibt es eine ganze Menge an Symptomen, auch außerhalb des Magen-Darm-Traktes, die einen zumindest mal an eine Zöliakie denken lassen.«

Es müssen nicht alle Symptome bei einem Erkrankten auftreten. »Die Verzögerung der Diagnostik liegt meist daran, dass selten das Vollbild der Zöliakie mit massivem Gewichtsverlust und Durchfall mit Fettstühlen vorliegt«, schreibt die DZG. »Es überwiegen die Verläufe, bei denen nur wenige oder einzelne Symptome auftreten.«

Die Zöliakie führe jedoch auch unabhängig von spürbaren Symptomen zu einer Entzündung im Dünndarm, schreibt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die chronisch entzündete Schleimhaut könne auch dann weniger Nährstoffe aufnehmen und es komme zu einem Nährstoffmangel.

Bei Verdacht auf Zöliakie erfolgt zunächst eine Blutuntersuchung. »Das heißt, wir bestimmen die sogenannten Transglutaminase-Antikörper«, sagt Expertin Terjung. »Das sind Antikörper, die genau gegen dieses Eiweiß gerichtet sind.« Bei Erwachsenen werde häufig zudem eine Magenspiegelung durchgeführt, um die Entzündungsreaktion der Schleimhaut im Dünndarm zu sehen.

Was müssen Betroffene beachten?

Laut DZG ist nach jüngsten Schätzungen etwa ein Prozent der Bevölkerung von der Autoimmunkrankheit betroffen. Allerdings sei die Dunkelziffer hoch. »Nur bei 10 bis 20 Prozent der Betroffenen liegt das klassische Vollbild der Zöliakie vor«, schreibt die DZG. »80 bis 90 Prozent haben untypische, nur wenige oder keine Symptome und wissen daher oft nichts von ihrer Erkrankung.«

»Für Menschen mit Zöliakie ist eine lebenslange, strikt glutenfreie Ernährung die zentrale Maßnahme«, erklärt Mai. Dabei kommt es laut DZG nicht nur auf die Auswahl der Lebensmittel an, sondern auch auf den Umgang mit möglichen Kontaminationsquellen im Alltag. Leben Menschen mit im Haushalt, die glutenhaltige Lebensmittel essen, müssen etwa Küchengeräte, Bretter oder andere Utensilien gründlich von Krümeln oder anderen Rückständen gereinigt werden.

Menschen mit Zöliakie müssen sich einer Studie der Fachgesellschaft American Gastroenterological Association zufolge jedoch keine Sorgen machen, wenn sie jemanden küssen, der zuvor glutenhaltige Lebensmittel gegessen hat. Das Forschungsteam führte ein Experiment mit zehn Paaren durch, bei denen jeweils ein Partner oder eine Partnerin an Zöliakie erkrankt war und die andere Person nicht. In allen Fällen war die Konzentration dem Team zufolge so gering, dass man sie als vernachlässigbar einstufen könne, hieß es im Fachblatt »Gastroenterology«.

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