Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Hypothese
-
GLP-1-Agonisten könnten Krebsrisiken senken

Viele sehen GLP-1-Agonisten als eine Art Allheilmittel, dessen Wirkprofil weit über die Kontrolle eines Typ-2-Diabetes und des Körpergewichts hinausreicht. In diese Richtung weist jetzt auch ein aktueller Artikel, in dem aufgezeigt wird, dass GLP-1-Agonisten auch vor Krebs schützen könnten.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 19.01.2026  15:30 Uhr

GLP-1-Agonisten und Schilddrüsenkrebs

Ein eigenes Kapitel des Übersichtsartikels ist sicherheitsrelevanten Aspekten gewidmet. Im Zentrum dieser Überlegungen steht der Schilddrüsenkrebs. Während GLP-1-Rezeptoragonisten bei Nagern eine C-Zell-Hyperplasie und medulläre Schilddrüsentumoren induzieren können, ließ sich ein entsprechender Zusammenhang beim Menschen bislang nicht überzeugend nachweisen. Letztlich sind die verfügbaren epidemiologischen Daten (noch) widersprüchlich und teilweise durch einen Detektionsbias erklärbar.

Dennoch bleiben GLP-1-Medikamente bei Personen mit medullärem Schilddrüsenkarzinom oder mit einer multiplen endokrinen Neoplasie MEN-2, die durch eine aktivierende Mutation des Protoonkogens RET auf Chromosom 10 induziert wird, kontraindiziert.

Die Autoren resümieren, dass GLP-1-Medikamente ein erhebliches Potenzial zur Reduktion Adipositas- und Diabetes-assoziierter Krebsrisiken haben könnten. Allerdings reiche die derzeitige Evidenz nicht aus, um einen Einsatz zur primären Krebsprävention zu rechtfertigen. 

Mehr von Avoxa