Bei der Eröffnung des Deutschen Ärztetags in Hannover wird heute auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erwartet. Das geplante Sparpaket dürfte im Mittelpunkt der Debatten stehen. Es sieht Ausgabenbremsen auch bei den Vergütungen der Praxen und Kliniken vor. Ärzteverbände protestieren gegen Milliarden-Einschnitte und warnen vor Folgen für das Behandlungsangebot.
Reinhardt mahnte, so notwendig eine Stabilisierung der GKV-Finanzen sei, ein solidarisch organisiertes Gesundheitssystem dürfe seine Leistungen nicht vorrangig an fiskalischen Vorgaben ausrichten, die sich unmittelbar auf die Patientenversorgung auswirkten. Maßstab müsse der medizinisch notwendige Versorgungsbedarf der Bevölkerung sein.
Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, warf der Koalition vor, die Pharmaindustrie zu schonen. »Die Regierung darf sich von der Pharmaindustrie nicht erpressen lassen«, sagte Baas dem RND. »Die Politik unterschätzt ihre eigene Macht und überschätzt die der Pharmakonzerne«, stellte der Chef der größten gesetzlichen Krankenkasse fest. Auch beklagte er, dass der Bund nur einen Bruchteil der Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger übernehmen will. Baas lobte aber, erstmals seit über 20 Jahren gehe die Politik ernsthaft den starken Ausgabenanstieg an durch Einsparungen bei Kliniken, Ärzten und Kassen.