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»Gesund durch die Sommerhitze«

Die ABDA hat eine Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gestartet, um ältere Menschen für die gesundheitlichen Gefahren von Hitze zu sensibilisieren und darüber aufzuklären, wie man sich besser schützen kann. Dazu gibt es spezielles Informationsmaterial.
PZ
21.06.2021  13:34 Uhr

Für ältere Menschen stellt Hitze oft eine größere Belastung dar als für jüngere Personen. Es gebe in Deutschland seit einigen Jahren eine mit der Sommerhitze zusammenhängende Übersterblichkeit, betonte am Wochenende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. »Allein im vergangenen August waren es nach Schätzungen über 4000 Menschen, die wohl wegen der Hitze gestorben sind«, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Samstag.

Der Minister rechnet mit einem Anstieg der Hitzetoten aufgrund des Klimawandels mit mehr und stärkeren Hitzewellen und will mit einem eigenen Klimabudget gegenhalten. Eine Summe oder Details zur Verwendung wurden nicht genannt, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Zunächst einmal wolle er für das Thema das Bewusstsein stärken, sagte Spahn. »Zur gesundheitlichen Vorbeugung muss in Zeiten der Klimaveränderung und extrem heißer Tage auch der Schutz vor Hitze gehören.«

Dem kommen die Apotheken bereits nach: Wie die ABDABundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände heute mitteilte, sollen die Apotheken im Rahmen einer Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Ansprache älterer Menschen im Hinblick auf die Prävention hitzeassoziierter Erkrankungen unterstützen. Dazu steht entsprechendes evidenzbasiertes Informations- und Kampagnenmaterial unter www.gesund-aktiv-älter-werden.de bereit, genauer gesagt ein Poster sowie zwei Faltblätter mit Verhaltenstipps.

»Apothekerinnen und Apotheker spielen in der Vermittlung gesundheitsrelevanter Informationen eine wichtige Rolle«, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben von ABDA und BZgA. Daher werden sie gebeten, das Poster aufzuhängen und die Faltblätter auszulegen, um Menschen ab 65 Jahren und ihre Angehörigen für das Thema zu sensibilisieren. Das Material kann hier angefordert werden.

Tipps für ältere Menschen bei Hitze

  • An heißen Tagen sollten auch ältere Menschen zwei bis drei Liter über den Tag verteilt trinken, am besten Wasser, ungesüßte Tees und Saftschorlen, allerdings nicht eisgekühlt. Patienten mit Herz- oder Nierenerkrankung sollten die Trinkmenge mit dem Arzt besprechen.
  • Essen sollte man wasserreiches Gemüse und Obst, Blattsalate und leichte Speisen.
  • Feuchte Tücher, lauwarme Duschen, Fußbäder oder das Besprühen mit Wasser kühlt den Körper.
  • Während der Mittagshitze besser in kühlen Räumen bleiben; Aktivitäten wie Sport und Spaziergänge auf die Morgenstunden legen, am besten in schattigen Parks und Gärten.
  • Luftige Kleidung tragen.
  • Auf Sonnenschutz achten (Kopfbedeckung, Sonnenbrille, Sonnencreme).
  • Die Wohnung möglichst kühl halten (früh morgens und spät abends lüften, Rollläden und Vorhänge tagsüber geschlossen halten).
  • Bei anstrengenden Tätigkeiten (Einkäufe, Gartenarbeit etc.) um Hilfe bitten, ggf. Lieferdienste nutzen.
  • Hitzewarnungen in den Medien beachten.
  • Mit Arzt (und Apotheker) darüber sprechen, ob bei Hitze etwas in Bezug auf die Medikation zu beachten ist.
  • Bei gesundheitlichen Problemen den Arzt rufen.

 

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