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Interoperabilitätsverzeichnis

Gematik will bei Vesta das Steuer übernehmen

Außerdem mindern nach Auffassung der Gematik »regionale Initiativen«, die inzwischen ähnliche Portale mit annähernd gleicher Funktionalität bieten, die Außenwirkungen von Vesta. Und angesichts dieser Insellösungen fehle nun ein »vollständiges Bild« über den Markt, so der Vorwurf der Gesellschaft.

Klar ist daher für die Gematik, dass es in Zukunft eine zentrale Stelle geben muss, die all diese Angelegenheiten koordiniert. Im Bericht  heißt es: »Bislang fehlt eine übergeordnete Koordination und strategische Festlegung, welche grundsätzlichen IT-Standards in Deutschland flächendeckend und ggf. für die Sicherstellung der Interoperabilität zum Beispiel zu weiteren Teilnehmern der Digitalisierung von medizinischen Daten verbindlich genutzt werden müssen.« Zudem stellt die Gematik in ihren Ausführungen deutlich heraus, dass viele Probleme lösbar wären, hätte sie künftig den Hut auf: »Die Gematik als nationales Kompetenzzentrum für die Telematik-Infrastruktur und die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist eine der Institutionen, die für eine entsprechende nationale und zentrale Koordination geeignet ist und zudem auch die Abstimmung auf internationaler Ebene wahrnehmen kann.«

Da Bundesgesundheitsminister Jens Sphan (CDU) beim Thema Digitalisierung seit Jahren aufs Gaspedal tritt und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) inzwischen 51 Prozent der Gematik-Anteile hält, könnte die Gesellschaft mit ihren Forderungen für eine »verantwortliche Stelle« und eine »klare Verteilung der Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten« durchaus auf offene Ohren stoßen.

Vesta als Wissensmanagementplattform

Dem Bericht zufolge soll Vesta zukünftig insbesondere als transparente und öffentlich zugängliche Dokumentations- und Wissensmanagementplattform dienen, die »Informationen über Standardisierungsaktivitäten, Projektvorhaben, elektronische Anwendungen und Akteure im Bereich E-Heath« liefert. Wie Gematik-Chef Markus Leyck Dieken im PZ-Interview sagte, braucht auch die Industrie für ihre Neuentwicklungen verlässliche Standards. Und zwar mit verbindlichen Abstimmungen auf internationaler Ebene.

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