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Digitalisierung im Gesundheitswesen

Gematik plant neues E-Health-Komitee

Ein neues Gremium mit 15 Experten aus dem Gesundheitsbereich soll künftig dafür sorgen, dass die verschiedenen digitalen Gesundheitslösungen auch interoperabel miteinander verknüpft und reibungslos genutzt werden können. Dies plant die Gematik zusammen mit dem Health Innovation Hub, dem Bundesverband Gesundheits-IT und der Bitkom.
Charlotte Kurz
27.08.2020  15:30 Uhr

Die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens wirkt oftmals sowohl für Patienten als auch für Leistungserbringer wie Apotheken oder Ärzte etwas unübersichtlich. Konzepte wie das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte sind als hilfreiche Werkzeuge gedacht, die es in der Apotheke beiden Seiten des HV-Tischs erleichtern soll, die individuelle Gesundheit des Patienten besser zu managen. Bei ganz praktischen Fragen, wie beispielsweise das E-Rezept vom Arzt über den Patienten in die Apotheke gelangt, taucht dann oftmals der etwas sperrige Begriff Interoperabilität auf. Damit ist die Fähigkeit eines Systems gemeint, mit anderen Systemen ohne jegliche Einschränkung zusammenzuarbeiten oder zu interagieren. Unter dem Stichwort »Interoperabilität 2025« möchte nun ein Zusammenschluss von Experten unter der Leitung der Gematik einen Rahmen schaffen, in dem die verschiedenen Gesundheitsbereiche, Leistungserbringer und digitalen Konzepte ideal miteinander verknüpft werden können.

In einem Positionspapier pocht die Gematik zusammen mit dem Health Innovation Hub (HIH), dem Bundesverband Gesundheits-IT (BVITG) und dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) auf eine bessere Vernetzung und Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitssystem. Das Motto »Interoperabilität 2025« soll dabei verdeutlichen, dass die Strategie nicht an eine Legislaturperiode gebunden ist, erklärte Claudia Dirks vom HIH gegenüber der PZ. Langfristig sollen insbesondere der Austausch von medizinischen Daten erleichtert und die Vielzahl von Initiativen zu digitalen Gesundheitsthemen unter einen Hut gebracht werden.

Um diese Aufgaben zu bewältigen und eine patientenorientierte Versorgung sicherzustellen, sieht das Positionspapier drei Instanzen vor, die laut Gematik-Zeitplan jetzt ins Leben gerufen werden sollen. Von zentraler Bedeutung soll insbesondere ein sogenanntes E-Health-Komitee sein. Unterstützt wird es von der Gematik als Koordinierungsinstanz. Beratend zur Seite stehen diesen Instanzen ein Pool von Experten.

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